LaSi – Ladungssicherung

Mit Zurrketten gesicherte Kabeltrommel auf einem Goldhofer-Schwerlastfahrzeug

Ladungssicherung im Schwertransport: Die schwere Kabeltrommel wird über mehrere Zurrketten mit dem Transportfahrzeug verbunden. Anordnung, Zurrwinkel und Belastbarkeit der eingesetzten Komponenten müssen auf Ladung und Fahrzeug abgestimmt sein.
Foto: Holger Rybka


LaSi ist die in Transport und Logistik gebräuchliche Abkürzung für Ladungssicherung. Gemeint sind sämtliche Maßnahmen, mit denen eine Ladung so auf oder in einem Fahrzeug verstaut und gesichert wird, dass sie sich während der Fahrt nicht unkontrolliert bewegen kann.

Das klingt zunächst nach Zurrgurten und Ketten. Tatsächlich beginnt eine sichere Verladung aber deutlich früher: bei der Auswahl des geeigneten Fahrzeugs, der richtigen Position der Ladung, der Lastverteilung und der Frage, welche Kräfte Fahrzeug, Ladefläche, Zurrpunkte und Ladung überhaupt aufnehmen können.

Was bedeutet Ladungssicherung?

Einfach ausgedrückt sorgt Ladungssicherung dafür, dass die Ladung dort bleibt, wo sie verladen wurde.

Das gilt nicht nur bei gleichmäßiger Fahrt. Ein Fahrzeug beschleunigt, bremst, fährt durch Kurven, weicht Hindernissen aus und bewegt sich über Fahrbahnunebenheiten. Die Ladung möchte aufgrund ihrer Massenträgheit ihren bisherigen Bewegungszustand beibehalten:

  • Beim Bremsen drängt sie nach vorn.
  • Beim Beschleunigen bewegt sie sich relativ zum Fahrzeug nach hinten.
  • In einer Kurve drängt sie zur Außenseite.
  • Bei Bodenwellen kann sie kurzzeitig entlastet werden, abheben oder in Schwingung geraten.

Eine ungesicherte Maschine mit einem Gewicht von 20 Tonnen wird deshalb nicht dadurch sicher, dass sie aufgrund ihrer Masse scheinbar fest auf dem Fahrzeug steht. Im Gegenteil: Je größer ihre Masse ist, desto größer sind auch die Kräfte, die bei einer Veränderung der Fahrbewegung beherrscht werden müssen.

Ladungssicherung soll verhindern, dass Ladung verrutscht, verrollt, kippt, sich verdreht, vom Fahrzeug fällt oder den Fahrzeugaufbau beschädigt.

LaSi ist mehr als ein paar Gurte

In der Praxis wird Ladungssicherung häufig auf das Verzurren reduziert. Das greift zu kurz. Zu einer fachgerechten LaSi gehören unter anderem:

  • ein für die Ladung geeignetes Fahrzeug,
  • eine tragfähige und möglichst saubere Ladefläche,
  • die richtige Verteilung der Last,
  • ausreichend belastbare Zurrpunkte,
  • geeignete Sicherungsmittel,
  • belastbare Anschlag- beziehungsweise Befestigungspunkte an der Ladung,
  • die Sicherung gegen Rutschen, Rollen, Kippen und Abheben,
  • der Schutz empfindlicher Ladungsteile,
  • eine Kontrolle vor Fahrtbeginn und während des Transports.

Dabei müssen nicht nur das Gesamtgewicht, sondern auch die zulässigen Achslasten, die Sattellast, die Stützlast und die Tragfähigkeit einzelner Fahrzeugbereiche eingehalten werden. Eine perfekt verzurrte Ladung kann trotzdem unzulässig verladen sein, wenn beispielsweise eine Achse überlastet oder die Last ungünstig verteilt ist.

Mit Zurrketten gesicherte Kabeltrommel auf einem Goldhofer-Schwerlastfahrzeug
Mit Zurrketten gesicherte Kabeltrommel auf einem Goldhofer-Schwerlastfahrzeug | Foto: Holger Rybka

Welche Kräfte wirken auf die Ladung?

Für die Ladungssicherung werden die zu erwartenden Kräfte nicht nach Gefühl beurteilt. Sie werden anhand festgelegter Beschleunigungsbeiwerte und anerkannter Berechnungsverfahren ermittelt.

Bei Straßentransporten muss die Sicherung insbesondere die Kräfte aufnehmen können, die bei einer Vollbremsung, einer plötzlichen Ausweichbewegung oder einer schnellen Kurvenfahrt entstehen. Für die Berechnung werden bei üblichen Straßentransporten grundsätzlich Kräfte in folgenden Größenordnungen berücksichtigt:

  • nach vorn: 80 Prozent der Gewichtskraft der Ladung,
  • zur Seite: 50 Prozent der Gewichtskraft,
  • nach hinten: 50 Prozent der Gewichtskraft.

Bei einer Ladung mit einer Masse von 10.000 Kilogramm muss die Sicherung nach vorn damit vereinfacht gesprochen eine Kraft beherrschen, die der Gewichtskraft von rund 8.000 Kilogramm entspricht. Diese vereinfachte Darstellung dient nur dem Verständnis. Die tatsächliche Berechnung berücksichtigt unter anderem Reibung, Sicherungsverfahren, Zurrwinkel, Vorspannkräfte und die Belastbarkeit der eingesetzten Bauteile.

Grundlagen für die Berechnung liefern insbesondere die DIN EN 12195-1 und die Richtlinienreihe VDI 2700. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität nennt die EN 12195-1:2011 ausdrücklich als eine der in Deutschland herangezogenen Normen für die Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen.

Formschluss und Kraftschluss

Ladung kann auf unterschiedliche Weise gesichert werden. Die beiden grundlegenden Prinzipien heißen Formschluss und Kraftschluss. In der Praxis werden beide häufig miteinander kombiniert.

Formschlüssige Ladungssicherung

Formschluss bedeutet: Die Ladung wird durch ein ausreichend belastbares Hindernis daran gehindert, sich zu bewegen.

Das kann beispielsweise geschehen durch:

  • Anlegen an eine belastbare Stirnwand,
  • lückenloses Verladen,
  • Rungen,
  • Steckrungen,
  • Keile,
  • Sperrbalken,
  • Kanthölzer oder geeignete Unterbauten,
  • fest montierte Anschläge,
  • Direktzurren.

Entscheidend ist, dass die verwendeten Bauteile die auftretenden Kräfte tatsächlich aufnehmen können. Eine Ladung einfach gegen eine Bordwand zu stellen, erzeugt noch keinen sicheren Formschluss. Die Bordwand muss für diese Belastung ausgelegt sein, und zwischen Ladung und Begrenzung darf keine problematische Lücke verbleiben.

Bei schweren Maschinen, Stahlbauteilen oder Transformatoren werden häufig speziell konstruierte Aufnahmen, Anschläge oder Rahmen eingesetzt. Sie leiten die Kräfte gezielt in das Fahrzeug ein.

Kraftschlüssige Ladungssicherung

Beim Kraftschluss wird die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche erhöht. Das bekannteste Verfahren ist das Niederzurren.

Dabei werden Zurrmittel über die Ladung geführt und vorgespannt. Durch die zusätzliche Anpresskraft steigt die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche. Die Gurte „halten“ die Ladung also nicht unmittelbar fest. Sie drücken sie stärker auf die Ladefläche, damit sie schwerer rutschen kann.

Die Wirksamkeit hängt unter anderem ab von:

  • der vorhandenen Reibung,
  • der Vorspannkraft der Zurrmittel,
  • den Zurrwinkeln,
  • der Anzahl der Zurrmittel,
  • der Stabilität der Ladung,
  • der Beschaffenheit der Ladefläche.

Rutschhemmende Materialien, meist als Antirutschmatten bezeichnet, können die Reibung deutlich erhöhen. Sie ersetzen jedoch keine vollständige Sicherungsplanung. Außerdem müssen Ladung und Ladefläche sauber genug sein, damit der angesetzte Reibbeiwert tatsächlich erreicht werden kann. Öl, Eis, Sand, Rostpartikel oder Nässe können die Wirkung erheblich verändern.

Zurrketten, Spannmittel und hölzerner Unterbau an einer schweren Kabeltrommel
Detail der Ladungssicherung an der Kabeltrommel: Zurrketten, Spannmittel, Befestigungspunkte und Unterbau übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Entscheidend ist, dass die Kräfte über geeignete Bauteile in das Transportfahrzeug eingeleitet werden. | Foto: Holger Rybka

Niederzurren und Direktzurren sind nicht dasselbe

Diese beiden Verfahren werden leicht verwechselt.

Beim Niederzurren wird die Ladung durch Vorspannung auf die Ladefläche gedrückt. Maßgeblich ist deshalb vor allem die erreichbare Vorspannkraft – auf dem Kennzeichnungsetikett eines Gurtes als STF angegeben.

Beim Direktzurren wirken die Zurrmittel unmittelbar gegen eine mögliche Bewegung der Ladung. Dazu gehören beispielsweise:

  • Diagonalzurren,
  • Schrägzurren,
  • Buchtlashing,
  • Kopflashing.

Beim Direktzurren ist vor allem die zulässige Zugkraft des Zurrmittels wichtig. Sie wird als LC – Lashing Capacity – angegeben. LC und STF beschreiben unterschiedliche Eigenschaften und dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Gerade bei schweren Einzelteilen ist das Direktzurren häufig wesentlich wirksamer als das reine Niederzurren. Welche Methode geeignet ist, hängt jedoch von der Ladung, dem Fahrzeug, den vorhandenen Befestigungspunkten und den möglichen Bewegungsrichtungen ab.

Direktzurrung einer schweren Kabeltrommel mit mehreren Zurrketten
Beim Direktzurren wirken die Zurrmittel unmittelbar einer möglichen Bewegung der Ladung entgegen. Ihre Wirksamkeit hängt unter anderem von der Belastbarkeit der Ketten und Zurrpunkte sowie vom Verlauf und Winkel der Sicherungsmittel ab. | Foto: Holger Rybka

Sicherung gegen Rutschen, Rollen und Kippen

Eine Ladung kann auf verschiedene Weise instabil werden. Deshalb genügt es nicht, ausschließlich eine mögliche Rutschbewegung zu betrachten.

Rutschen

Die Ladung verschiebt sich auf der Ladefläche. Dagegen wirken Reibung, Anschläge, Formschluss und geeignete Zurrverfahren.

Rollen

Runde oder rollfähige Ladung – etwa Rohre, Trommeln, Kabelspulen oder Räder von Baumaschinen – benötigt eine Sicherung gegen Fortrollen. Dafür können geeignete Keile, Mulden, Rungen oder konstruktive Aufnahmen verwendet werden. Keile müssen so bemessen und befestigt sein, dass sie unter Belastung nicht selbst wegrutschen.

Kippen

Hohe oder schmale Ladung kann kippen, obwohl sie auf der Ladefläche zunächst ausreichend rutschfest erscheint. Maßgeblich sind unter anderem die Höhe und Lage des Schwerpunktes, die Breite der Standfläche sowie die während der Fahrt wirkenden Quer- und Längskräfte.

Eine Antirutschmatte kann das Rutschen reduzieren, verhindert aber nicht automatisch das Kippen. Bei hoch liegendem Schwerpunkt ist deshalb eine gesonderte Kippsicherheitsbetrachtung erforderlich.

Abheben und Schwingen

Große, elastische oder aerodynamisch angeströmte Bauteile können sich während der Fahrt bewegen oder in Schwingung geraten. Das betrifft beispielsweise lange Stahlkonstruktionen, Rotorblätter, Verkleidungen oder leichte Bauteile mit großer Oberfläche. Auch vertikale Kräfte und wechselnde Belastungen müssen bei der Sicherung berücksichtigt werden.

Welche Hilfsmittel werden für die LaSi verwendet?

Je nach Transportaufgabe kommen unterschiedliche Sicherungsmittel und Bauteile zum Einsatz:

  • Zurrgurte,
  • Zurrketten,
  • Zurrdrahtseile,
  • Spann- und Verbindungselemente,
  • Antirutschmatten,
  • Kantenschoner,
  • Schutzschläuche,
  • Keile und Festlegehölzer,
  • Rungen,
  • Sperrbalken,
  • Netze und Planen,
  • Ladegestelle,
  • Transport- und Schwerlastrahmen,
  • konstruktive Anschläge.

Das Sicherungsmittel muss zur Ladung passen. Ein Zurrgurt darf beispielsweise nicht ungeschützt über eine scharfe Kante geführt werden. Zurrketten benötigen geeignete Verkürzungs- und Verbindungselemente. Sämtliche Komponenten eines Sicherungsstranges müssen für die zu erwartende Belastung ausgelegt sein.

Maßgeblich ist immer das schwächste Glied. Eine hochfeste Zurrkette nützt wenig, wenn sie an einem ungeeigneten Punkt der Ladung oder an einem zu schwachen Zurrpunkt des Fahrzeugs befestigt wird.

Zurrpunkte sind keine Anschlagpunkte

Ein Zurrpunkt am Fahrzeug dient dazu, Kräfte aus der Ladungssicherung aufzunehmen. Ein Anschlagpunkt an einer Maschine oder einem Bauteil kann dagegen für das Heben der Last vorgesehen sein.

Das bedeutet nicht automatisch, dass jeder Anschlagpunkt auch als Zurrpunkt verwendet werden darf – oder umgekehrt. Beim Heben und beim Transport können unterschiedliche Belastungsrichtungen, Sicherheitsbeiwerte und konstruktive Anforderungen gelten.

Verwendet werden dürfen deshalb nur Punkte, deren Zweck, zulässige Belastung und Belastungsrichtung bekannt sind. Bei Maschinen und schweren Bauteilen liefern Herstellerangaben, Transportzeichnungen oder eine konkrete LaSi-Berechnung die erforderlichen Informationen.

Was ist bei Schwertransporten besonders wichtig?

Bei Großraum- und Schwertransporten reicht eine Standardlösung häufig nicht aus. Die Ladung kann sehr schwer, ungewöhnlich lang, hoch oder breit sein. Zudem sind Schwerpunktlage und Geometrie nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.

Typische Herausforderungen sind:

  • hohe Einzelgewichte,
  • außermittige Schwerpunkte,
  • geringe Aufstandsflächen,
  • hohe Schwerpunktlagen,
  • empfindliche oder druckempfindliche Bauteile,
  • begrenzte Belastbarkeit vorhandener Befestigungspunkte,
  • unterschiedlich belastete Achslinien,
  • Verwindungen des Fahrzeugs,
  • lange und elastische Bauteile,
  • wechselnde Fahrzeugkonfigurationen.

Ein Transformator, ein Kranoberwagen oder eine große Industriemaschine darf nicht einfach an Stellen verzurrt werden, die optisch stabil erscheinen. Die Kräfte müssen über dafür geeignete Punkte und Unterbauten in das Fahrzeug eingeleitet werden. Häufig wird dafür vorab ein Sicherungskonzept oder ein LaSi-Plan erstellt.

Darin können unter anderem festgelegt sein:

  • Position und Ausrichtung der Ladung,
  • Schwerpunktlage,
  • Aufstands- und Unterbaupunkte,
  • zulässige Flächen- und Punktbelastungen,
  • verwendete Zurrpunkte,
  • Anzahl und Verlauf der Zurrmittel,
  • erforderliche Zurrkräfte,
  • Sicherung gegen Verschieben und Kippen,
  • Kontrollintervalle während der Fahrt.

Auch ein sehr langsam fahrender Schwertransport benötigt eine vollständige Ladungssicherung. Eine geringe Geschwindigkeit reduziert einzelne dynamische Einflüsse, beseitigt aber weder die Massenträgheit noch das Risiko einer Bremsung, einer Fahrbahnneigung oder einer unerwarteten Ausweichbewegung.

Großes Stahlbauteil mit Zurrketten und Unterbau auf einem Schwerlastfahrzeug
Jede Schwerlast erfordert ein eigenes Sicherungskonzept. Bei großformatigen Stahlbauteilen müssen neben dem Gewicht auch Geometrie, Schwerpunktlage, Aufstandspunkte und die möglichen Bewegungsrichtungen berücksichtigt werden. | Foto: Holger Rybka

Warum die Lastverteilung zur LaSi gehört

Ladungssicherung und Lastverteilung lassen sich nicht voneinander trennen.

Die Ladung muss so positioniert werden, dass das Fahrzeug innerhalb seiner zulässigen Belastungsgrenzen betrieben werden kann. Dazu gehören:

  • zulässiges Gesamtgewicht,
  • Achslasten,
  • Achslinienlasten,
  • Sattel- oder Stützlast,
  • Tragfähigkeit der Ladefläche,
  • ausreichende Belastung der gelenkten und angetriebenen Achsen.

Eine falsche Lastverteilung kann das Lenk-, Brems- und Fahrverhalten beeinträchtigen. Sie kann außerdem einzelne Fahrzeugteile, Achsen oder Reifen überlasten. Bei modularen Schwerlastfahrzeugen wird deshalb genau festgelegt, wie die Last über Achslinien, Träger und Ladefläche verteilt wird.

Wer ist für die Ladungssicherung verantwortlich?

Ladungssicherung ist keine Aufgabe, die pauschal nur der fahrzeugführenden Person zugeschoben werden kann. Je nach Tätigkeit und Einflussbereich können mehrere Beteiligte Verantwortung tragen, insbesondere:

  • das Unternehmen beziehungsweise der Fahrzeughalter,
  • die mit der Verladung beauftragte Person,
  • der Absender oder Verlader,
  • die fahrzeugführende Person.

Die konkrete rechtliche Verantwortung hängt vom jeweiligen Sachverhalt, den Aufgaben der Beteiligten und den geltenden Vorschriften ab.

§ 22 Absatz 1 StVO verlangt, dass Ladung, Ladungssicherungsmittel und Ladeeinrichtungen so verstaut und gesichert werden, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen oder herabfallen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.

Nach § 23 StVO hat die fahrzeugführende Person dafür zu sorgen, dass Fahrzeug und Ladung vorschriftsmäßig sind und die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt wird.

Der Halter darf die Inbetriebnahme nach § 31 StVZO nicht anordnen oder zulassen, wenn ihm bekannt ist oder bekannt sein muss, dass die Ladung nicht vorschriftsmäßig ist oder die Verkehrssicherheit beeinträchtigt.

Betrieblich müssen deshalb geeignete Fahrzeuge und Sicherungsmittel bereitgestellt, Zuständigkeiten festgelegt und Beschäftigte ausreichend unterwiesen werden.

Was muss vor der Abfahrt kontrolliert werden?

Vor Fahrtbeginn sollte mindestens geprüft werden:

  • Steht die Ladung an der vorgesehenen Position?
  • Sind Gesamtgewicht und Lastverteilung zulässig?
  • Ist die Ladung gegen alle möglichen Bewegungsrichtungen gesichert?
  • Sind Zurrpunkte und Befestigungspunkte geeignet?
  • Sind Gurte, Ketten und Verbindungsteile unbeschädigt?
  • Stimmen Kennzeichnung und Belastbarkeit der Sicherungsmittel?
  • Sind Zurrmittel richtig geführt und gespannt?
  • Sind scharfe Kanten ausreichend geschützt?
  • Können lose Teile herabfallen?
  • Sind Türen, Bordwände, Rungen und Verriegelungen geschlossen?
  • Bleiben Beleuchtung, Kennzeichen und Sichtbereiche frei?
  • Werden zulässige Fahrzeugabmessungen und genehmigte Transportmaße eingehalten?

Bei besonders schweren Transporten ist die Kontrolle durch einen entsprechend qualifizierten Sachverständigen keine freiwillige Zusatzleistung. Transporte mit einer Gesamtmasse von mehr als 100 Tonnen oder Einzelachslasten ab 12 Tonnen dürfen grundsätzlich nur durchgeführt werden, wenn unmittelbar vor Fahrtantritt die Einhaltung der im Erlaubnisbescheid genannten Abmessungen, der Gesamtmasse und der Achslasten sowie die Lastverteilung und die Ladungssicherung geprüft wurden. Die Feststellungen werden in einem Gutachten dokumentiert, das während des Transports mitgeführt werden muss. Die Prüfung darf unter anderem durch einen entsprechend qualifizierten amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfingenieur einer anerkannten Überwachungsorganisation erfolgen.

Sachverständiger von TÜV NORD bei der Kontrolle eines fertig gesicherten Schwertransports
Ein Sachverständiger von TÜV NORD kontrolliert und protokolliert die Abmessungen, die Gewichts- und Lastverteilung sowie die ausgeführte Ladungssicherung des Schwertransports. Bei Transporten mit mehr als 100 Tonnen Gesamtmasse oder Einzelachslasten ab 12 Tonnen ist ein entsprechendes Gutachten vorgeschrieben. | Foto: Holger Rybka

Nach den ersten Fahrkilometern und während des Transports können weitere Kontrollen notwendig sein. Ladung kann sich setzen, Unterlagen können nachgeben und Vorspannkräfte können abnehmen. Kontrollbedarf besteht insbesondere nach starkem Bremsen, ungewöhnlichen Fahrbewegungen oder Veränderungen der Strecke und Witterung.

Typische Fehler bei der Ladungssicherung

Häufige Fehler sind:

  • „Die Ladung ist so schwer, die bewegt sich nicht.“
  • Es werden zu wenige Zurrmittel eingesetzt.
  • Niederzurren und Direktzurren werden verwechselt.
  • Die Reibung wird zu hoch angesetzt.
  • Antirutschmatten liegen nur teilweise unter der Ladung.
  • Die Ladefläche ist verschmutzt, nass oder vereist.
  • Gurte laufen über ungeschützte scharfe Kanten.
  • Zurrketten oder Gurte sind verdreht.
  • Zurrpunkte werden überlastet.
  • Ungeeignete Bauteile werden als Befestigungspunkte verwendet.
  • Die Ladung ist gegen Rutschen, aber nicht gegen Kippen gesichert.
  • Räder, Rollen oder bewegliche Maschinenteile bleiben ungesichert.
  • Vorspannkräfte werden nach dem Setzen der Ladung nicht kontrolliert.
  • Das Eigengewicht von Unterbauten und Sicherungsteilen wird bei der Lastverteilung vergessen.

LaSi und Anschlagen: Wo liegt der Unterschied?

Beim Anschlagen wird eine Last mit einem Kran oder einem anderen Hebezeug verbunden, damit sie gehoben werden kann. Bei der Ladungssicherung wird die bereits verladene Last für den Transport gesichert.

Auch die verwendeten Mittel unterscheiden sich. Anschlagmittel sind für Hebevorgänge bestimmt, Zurrmittel für die Ladungssicherung. Eine Kette kann äußerlich für beide Aufgaben geeignet erscheinen, muss aber entsprechend gekennzeichnet und für den jeweiligen Verwendungszweck zugelassen sein.

Ein Zurrgurt ist kein Hebeband. Er darf deshalb nicht zum Heben einer Last verwendet werden.

Quintessenz

LaSi umfasst weit mehr als das Spannen einiger Gurte. Eine sichere Ladung beginnt mit dem passenden Fahrzeug, einer tragfähigen Ladefläche und einer richtigen Lastverteilung. Erst danach wird festgelegt, wie die Ladung durch Formschluss, Kraftschluss oder eine Kombination beider Verfahren gegen Rutschen, Rollen, Kippen und andere Bewegungen gesichert wird.

Gerade im Schwertransport müssen Gewicht, Geometrie, Schwerpunkt, Unterbau, Zurrpunkte und Sicherungsmittel als zusammenhängendes System betrachtet werden. Entscheidend ist nicht, ob eine Sicherung stabil aussieht, sondern ob sie die tatsächlich zu erwartenden Kräfte nachweisbar aufnehmen kann.

Praxiswissen für das SLT-Lexikon: Dieses Lemma wurde mit fachlicher Unterstützung von Holger Rybka erstellt. Er ist seit mehr als 30 Jahren in der Welt der Schwerlast zu Hause und verfügt über jahrzehntelange praktische Erfahrung mit anspruchsvollen Transporten und deren Ladungssicherung. Die Aufnahmen zeigen fertig gesicherte Schwertransporte aus der Praxis.

Verknüpfte Begriffe: Formschluss · Kraftschluss · Antirutschmatte · Zurrmittel · Zurrpunkt · Anschlagmittel · Lastverteilung · Schwerpunkt · Schwerlast-Rahmen · Schwertransport