Ein SPMT wird mithilfe mehrerer Rundschlingen angehoben. Die Anschlagmittel stellen die tragende Verbindung zwischen den Kranhaken beziehungsweise den Traversen und der Last her.
Foto: Kübler Spedition.
Definition
Anschlagmittel stellen beim Heben einer Last die Verbindung zwischen dem Tragmittel des Hebezeugs und der Last her. Vereinfacht gesagt: Sie verbinden beispielsweise den Kranhaken mit einer Maschine, einem Stahlbauteil oder einem Betonfertigteil, das angehoben werden soll.
Zu den Anschlagmitteln gehören unter anderem Anschlagketten, Drahtseile, Hebebänder und Rundschlingen. Auch lösbare Verbindungsteile wie Schäkel sowie bestimmte Haken und Zubehörteile können Bestandteil eines Anschlagmittels sein.
Das Anschlagmittel muss nicht nur das Gewicht der Last tragen können. Es muss außerdem zur Form, Oberfläche und Temperatur der Last, zu den vorhandenen Anschlagpunkten und zur vorgesehenen Anschlagart passen.
Kurz erklärt: Wo befindet sich das Anschlagmittel?
Bei einem einfachen Hebevorgang hängt am Hubseil des Krans der Kranhaken. In diesen Haken wird beispielsweise eine zweisträngige Anschlagkette eingehängt. Die beiden Kettenstränge werden anschließend mit den Anschlagpunkten der Last verbunden.
Das Anschlagmittel befindet sich damit zwischen Kranhaken und Last:
Kran beziehungsweise Hebezeug → Kranhaken → Anschlagmittel → Anschlagpunkt → Last
Das Anschlagmittel überträgt die Gewichtskraft der Last auf den Kran. Ein ungeeignetes, beschädigtes oder falsch verwendetes Anschlagmittel kann deshalb dazu führen, dass die Last verrutscht, kippt oder vollständig abstürzt.
Was gehört zu den Anschlagmitteln?
Welches Anschlagmittel verwendet wird, hängt von der jeweiligen Last und den Einsatzbedingungen ab. Die wichtigsten Gruppen sind:
Anschlagketten
Anschlagketten bestehen aus kurzgliedrigen Rundstahlketten und können ein- oder mehrsträngig ausgeführt sein. Sie sind robust, vergleichsweise unempfindlich gegenüber scharfen Kanten und eignen sich – abhängig von ihrer Ausführung und den Herstellerangaben – auch für höhere Temperaturen.
Mehrsträngige Kettengehänge können mit Haken, Schäkeln, Verkürzungselementen oder anderen Verbindungsteilen ausgestattet sein. Mit Verkürzungselementen lassen sich einzelne Kettenstränge an unterschiedliche Anschlaghöhen anpassen. Das kann beispielsweise erforderlich sein, wenn der Schwerpunkt einer Maschine nicht genau in ihrer geometrischen Mitte liegt.
Ketten dürfen nicht verdreht, verknotet oder durch Umschlingen des Kranhakens verkürzt werden. Beschädigte, stark verschlissene, verformte oder angerissene Kettenglieder dürfen nicht weiterverwendet werden.
Anschlagseile
Anschlagseile werden häufig aus Stahldraht gefertigt. Sie sind vergleichsweise flexibel und können auch für schwere Lasten eingesetzt werden. Typische Ausführungen sind Ösenseile, Hakenseile, Seilgehänge und endlose Seile, die auch als Grummets bezeichnet werden.
Drahtseile reagieren empfindlich auf Knicke, Quetschungen, starke Korrosion und gebrochene Drähte. Bildet sich eine Schleife, die unter Zug zugezogen wird, kann ein sogenannter Kinken entstehen. Ein solcher Schaden kann die Tragfähigkeit erheblich beeinträchtigen.
Hebebänder
Hebebänder sind flache textile Anschlagmittel, die meistens aus Polyester gefertigt werden. Ihre breite Auflagefläche verteilt den Druck auf die Last und schont empfindliche Oberflächen. Sie eignen sich deshalb beispielsweise für lackierte Bauteile, Maschinengehäuse oder andere Werkstücke, bei denen eine Stahlkette Druckstellen oder Kratzer verursachen könnte.
Textile Hebebänder dürfen jedoch nicht ungeschützt über scharfe Kanten geführt werden. Eine Kante gilt für das Anschlagmittel bereits dann als scharf, wenn ihr Radius kleiner als die Dicke des Anschlagmittels ist. In solchen Fällen sind geeignete Kantenschoner oder andere Schutzmaßnahmen erforderlich.
Rundschlingen
Eine Rundschlinge besteht aus einem endlos gelegten tragenden Faserstrang und einer schützenden Gewebehülle. Sie ist weich, flexibel und kann sich gut an die Form einer Last anpassen.
Die äußere Hülle trägt die Last nicht allein. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, das innenliegende Fasergelege zu schützen. Ist die Hülle beschädigt und das tragende Fasergelege sichtbar, darf die Rundschlinge nicht weiterverwendet werden.
Schäkel und weitere Verbindungsteile
Schäkel stellen lösbare Verbindungen her, beispielsweise zwischen einer Anschlagkette und einem Anschlagpunkt. Sie bestehen aus einem geschlossenen oder annähernd geschlossenen Bügel und einem herausnehmbaren Bolzen.
Auch Schäkel zählen nach der Begriffsbestimmung der DGUV zu den Anschlagmitteln. Sie müssen passend zur Belastungsrichtung ausgewählt werden. Eine unzulässige seitliche Belastung, ein falsch eingesetzter Bolzen oder ein zu kleiner Schäkel können zu gefährlichen Verformungen führen.
Was ist kein Anschlagmittel?
Im Sprachgebrauch werden mehrere Bauteile einer Hebeeinrichtung häufig zusammenfassend als „Anschlagzeug“ bezeichnet. Technisch müssen sie jedoch unterschieden werden.
Tragmittel sind dauerhaft mit dem Hebezeug verbunden. Dazu gehören beispielsweise das Hubseil und der Kranhaken. Sie sind Bestandteil des Krans oder eines anderen Hebezeugs.
Lastaufnahmemittel sind Einrichtungen, die eine Last aufnehmen, greifen, unterfassen oder halten. Dazu gehören beispielsweise Traversen, C-Haken, Krangabeln, Greifer, Hebeklemmen, Vakuumheber und Lasthebemagnete.
Anschlagpunkte befinden sich an oder in der Last. An ihnen werden die Anschlagmittel befestigt. Das können beispielsweise Transportösen, Anschlagwirbel oder konstruktiv vorgesehene Aufnahmeöffnungen sein.
Zurrmittel dienen dagegen der Ladungssicherung. Sie halten eine Last auf einem Fahrzeug oder einer Ladefläche fest. Ein Zurrgurt ist deshalb nicht automatisch zum Heben geeignet. Anschlagmittel zum Heben und Zurrmittel zum Sichern einer Ladung dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Welche Tragfähigkeit hat ein Anschlagmittel?
Die zulässige Tragfähigkeit wird häufig mit WLL bezeichnet. Die Abkürzung steht für Working Load Limit. Sie gibt an, bis zu welcher Belastung das Anschlagmittel unter den festgelegten Bedingungen verwendet werden darf.
Die auf einem Anhänger oder Etikett angegebene Tragfähigkeit ist jedoch nicht für jede Anwendung automatisch gleich. Die tatsächlich nutzbare Tragfähigkeit hängt unter anderem ab von:
- der Art des Anschlagmittels,
- der gewählten Anschlagart,
- der Anzahl der tatsächlich tragenden Stränge,
- dem Neigungswinkel der Stränge,
- der Verteilung des Gewichts auf die einzelnen Stränge,
- der Temperatur und den Umgebungsbedingungen,
- scharfen Kanten und der Oberflächenbeschaffenheit der Last,
- sowie möglichen chemischen Einwirkungen.
Die zulässige Belastung muss deshalb anhand der Kennzeichnung, der Belastungstabelle und der Angaben des Herstellers bestimmt werden. Es genügt nicht, lediglich das Gewicht der Last mit einer einzelnen Tragfähigkeitsangabe zu vergleichen.
Warum ist der Neigungswinkel so wichtig?
Werden mehrere Anschlagmittelstränge verwendet, verlaufen diese häufig schräg vom Kranhaken zu den Anschlagpunkten. Der Winkel zwischen einem Strang und einer gedachten senkrechten Linie wird als Neigungswinkel bezeichnet.
Je weiter die Stränge seitlich auseinanderlaufen, desto größer wird dieser Winkel. Gleichzeitig steigen die Zugkräfte in den einzelnen Strängen. Ein flach verlaufendes Anschlagmittel wird daher stärker belastet als ein nahezu senkrecht verlaufendes.
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt die Wirkung: Hängt eine Last von zehn Tonnen gleichmäßig an zwei senkrechten Strängen, trägt jeder Strang rechnerisch fünf Tonnen. Beträgt der Neigungswinkel dagegen 60 Grad, wirkt in jedem der beiden Stränge rechnerisch bereits eine Zugkraft von rund zehn Tonnen.
Der Neigungswinkel darf grundsätzlich nicht größer als 60 Grad sein. Welche Tragfähigkeit bei einem bestimmten Winkel noch zur Verfügung steht, ergibt sich aus der Kennzeichnung und der Belastungstabelle des Anschlagmittels.
Wie viele Stränge tragen tatsächlich?
Ein viersträngiges Kettengehänge besitzt zwar vier Kettenstränge. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass sich das Gewicht der Last gleichmäßig auf alle vier Stränge verteilt.
Bei einer starren Last, geringfügig unterschiedlichen Stranglängen oder einem außermittigen Lastschwerpunkt können einzelne Stränge einen wesentlich größeren Teil des Gewichts aufnehmen. Andere Stränge liegen möglicherweise nur locker an.
Nach der DGUV Regel 109-017 dürfen beim Anschlagen mit mehreren Strängen grundsätzlich nur zwei Stränge als tragend angenommen werden. Eine höhere Zahl darf nur berücksichtigt werden, wenn eine gleichmäßige Lastverteilung sichergestellt ist oder nachgewiesen wurde, dass die zulässige Belastung der einzelnen Stränge auch bei ungleicher Verteilung nicht überschritten wird.
Welche Anschlagarten gibt es?
Direktes Anschlagen
Beim direkten Anschlagen werden die Endbeschläge des Anschlagmittels unmittelbar mit den vorgesehenen Anschlagpunkten der Last verbunden. Das kann beispielsweise über Haken, Schäkel oder andere geeignete Verbindungsteile erfolgen.
Diese Anschlagart setzt ausreichend tragfähige und für die Belastungsrichtung geeignete Anschlagpunkte voraus.
Schnürgang
Beim Schnürgang wird das Anschlagmittel um die Last gelegt und durch eine eigene Schlaufe oder ein dafür vorgesehenes Verbindungselement geführt. Beim Anheben zieht sich das Anschlagmittel um die Last zusammen.
Der Schnürgang kann das seitliche Herausrutschen der Last erschweren. Durch die Schnürung wird das Anschlagmittel jedoch zusätzlich beansprucht. Die dafür zulässige Tragfähigkeit muss der Belastungstabelle beziehungsweise den Herstellerangaben entnommen werden.
Hängegang
Beim Hängegang wird das Anschlagmittel U-förmig unter der Last hindurchgeführt. Die Last liegt dabei lediglich im Anschlagmittel. Diese Anschlagart wird umgangssprachlich auch als Korb- oder Schlaufenanschlag bezeichnet.
Der Hängegang ist nur zulässig, wenn ein Verrutschen der Anschlagmittel, ein Schrägstellen oder Verlagern der Last sowie das Herausrutschen der Last oder einzelner Teile sicher verhindert werden. Besonders bei langen, glatten oder gebündelten Gütern kann ein einfacher Hängegang gefährlich sein.
Wie wird das richtige Anschlagmittel ausgewählt?
Am Anfang steht nicht das Anschlagmittel, sondern die Last. Vor dem Anschlagen müssen mindestens das Gewicht, die Lage des Lastschwerpunkts, die Form der Last und die vorhandenen Anschlagpunkte bekannt sein.
Anschließend ist zu klären:
- Wie schwer ist die Last tatsächlich?
- Wo liegt ihr Lastschwerpunkt?
- Welche Anschlagpunkte dürfen verwendet werden?
- In welche Richtungen dürfen diese Anschlagpunkte belastet werden?
- Welche Stranglängen und Neigungswinkel entstehen?
- Kann die Last kippen, verrutschen, sich verformen oder auseinanderfallen?
- Besitzt die Last scharfe Kanten oder empfindliche Oberflächen?
- Wirken Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Chemikalien oder andere besondere Bedingungen auf das Anschlagmittel ein?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich beurteilen, ob beispielsweise eine Kette, ein Drahtseil, ein Hebeband oder eine Rundschlinge geeignet ist.
Warum ist der Lastschwerpunkt entscheidend?
Eine Last hängt nur dann waagerecht und stabil, wenn sich der Kranhaken beim Anheben senkrecht über ihrem Lastschwerpunkt befindet. Liegt der Schwerpunkt außerhalb der Mitte, müssen die Stranglängen und Anschlagpunkte darauf abgestimmt werden.
Wird eine außermittige Last mit gleich langen Strängen angeschlagen, kann sie sich beim Anheben plötzlich neigen. Dabei verändern sich die Kräfte in den einzelnen Strängen. Ein Strang kann wesentlich stärker belastet werden als die übrigen.
Deshalb wird eine unbekannte oder unsicher angeschlagene Last zunächst nur vorsichtig wenige Zentimeter angehoben. Bei diesem Probehub wird kontrolliert, ob sie sicher hängt, ihre Lage beibehält und die Anschlagmittel gleichmäßig und korrekt belastet werden.
Kennzeichnung und Farbcode
Anschlagmittel müssen eindeutig gekennzeichnet sein. Bei Anschlagketten befindet sich die Kennzeichnung üblicherweise auf einem Metallanhänger. Textile Hebebänder und Rundschlingen besitzen ein fest angebrachtes Etikett.
Aus der Kennzeichnung können je nach Anschlagmittel unter anderem Hersteller, Werkstoff, Abmessungen, Rückverfolgbarkeitsangaben und zulässige Tragfähigkeit hervorgehen.
Bei textilen Anschlagmitteln lässt sich die Tragfähigkeit im geraden Zug häufig zusätzlich an der Farbe erkennen. Beispielsweise steht Violett üblicherweise für eine Tonne, Grün für zwei Tonnen, Gelb für drei Tonnen und Grau für vier Tonnen. Entscheidend bleibt jedoch immer das lesbare Etikett. Die Farbe allein ersetzt keine eindeutige Kennzeichnung und keine Prüfung der vorgesehenen Anschlagart.
Fehlt die erforderliche Kennzeichnung oder ist sie nicht mehr lesbar, darf das Anschlagmittel nicht ohne fachgerechte Klärung weiterverwendet werden.
Scharfe Kanten und Kantenschutz
Scharfe Kanten können Anschlagmittel erheblich beschädigen. Textile Hebebänder und Rundschlingen können eingeschnitten werden, Drahtseile können brechen oder gequetscht werden und auch Kettenglieder können durch eine ungünstige Auflage falsch belastet werden.
Kantenschoner sollen verhindern, dass das Anschlagmittel unmittelbar auf einer gefährlichen Kante aufliegt. Sie müssen zum Anschlagmittel, zur Kantenform und zur Belastung passen. Ein einfacher Schutzschlauch ist nicht in jedem Fall ein belastbarer Kantenschutz.
Außerdem darf der Kantenschutz während des Hebevorgangs nicht verrutschen. Bei der Planung ist deshalb auch zu berücksichtigen, wie sich Last und Anschlagmittel beim Straffen und Anheben gegeneinander bewegen.
Kontrolle und Prüfung
Anschlagmittel müssen vor ihrer Verwendung auf augenfällige Mängel und ihre ordnungsgemäße Funktion kontrolliert werden. Dabei ist unter anderem auf Verschleiß, Risse, Verformungen, Korrosion, beschädigte Nähte, Drahtbrüche, Schnitte, fehlende Sicherungen und eine lesbare Kennzeichnung zu achten.
Werden Mängel festgestellt oder bestehen Zweifel am arbeitssicheren Zustand, muss das Anschlagmittel der weiteren Benutzung entzogen werden. Es darf nicht nach persönlichem Ermessen „noch einmal“ verwendet werden.
Zusätzlich zur Kontrolle vor dem Einsatz sind Lastaufnahme- und Anschlagmittel nach der DGUV Regel 109-017 in Abständen von längstens einem Jahr durch eine zur Prüfung befähigte Person zu prüfen. Abhängig von Einsatzhäufigkeit, Verschleiß, Korrosion, Hitze oder anderen belastenden Bedingungen können kürzere Prüfabstände erforderlich sein.
Für bestimmte Anschlagmittel gelten ergänzende Prüfanforderungen. Rundstahlketten müssen beispielsweise in festgelegten Abständen zusätzlich zerstörungsfrei auf Rissfreiheit geprüft werden. Nach Schadensfällen, außergewöhnlichen Ereignissen oder sicherheitsrelevanten Instandsetzungen kann außerdem eine außerordentliche Prüfung notwendig sein.
Wer darf Lasten anschlagen?
Das Anschlagen von Lasten ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Die ausführende Person muss die Last beurteilen, geeignete Anschlagmittel auswählen, deren Zustand kontrollieren und erkennen können, wie sich die Last beim Anheben verhalten wird.
Anschläger müssen deshalb für diese Tätigkeit geeignet, qualifiziert, unterwiesen und vom Unternehmen beauftragt sein. Sie müssen insbesondere Kenntnisse über Gewichte, Lastschwerpunkte, Anschlagarten, Neigungswinkel, Tragfähigkeiten, Anschlagpunkte und typische Schäden an Anschlagmitteln besitzen.
Zwischen Anschläger und Kranführer muss vor dem Hub eindeutig geklärt sein, wie die Verständigung erfolgt. Sind mehrere Personen am Anschlagen beteiligt, wird eine verantwortliche Person bestimmt. Nur sie gibt dem Kranführer das Zeichen zum Bewegen der Last.
Grundregeln beim Einsatz
Eine Last darf erst angehoben werden, wenn sie fachgerecht angeschlagen ist und alle nicht benötigten Personen den Gefahrenbereich verlassen haben. Niemand darf sich unter einer schwebenden Last aufhalten.
Anschlagmittel dürfen nicht verknotet, unzulässig verkürzt, verdreht oder über ihre Tragfähigkeit hinaus belastet werden. Haken dürfen nicht auf ihrer Spitze belastet werden. Anschlagmittel müssen so in den Kranhaken eingelegt sein, dass sie sich nicht kreuzen, übereinanderliegen oder unbeabsichtigt aushängen können.
Verpackungsbänder, Umreifungen oder Zurrgurte dürfen nicht als Ersatz für ein geeignetes Anschlagmittel verwendet werden. Sie sind in der Regel lediglich dazu bestimmt, eine Verpackung oder Ladung zusammenzuhalten beziehungsweise auf einem Fahrzeug zu sichern.
Vor dem eigentlichen Hub empfiehlt sich ein langsamer Probehub im bodennahen Bereich. Dabei lässt sich feststellen, ob die Last stabil hängt, die Anschlagmittel korrekt sitzen und keine unerwartete Verlagerung eintritt.
Warum Anschlagmittel sicherheitsentscheidend sind
Ein Kran kann über eine ausreichende Tragfähigkeit verfügen und technisch einwandfrei aufgestellt sein. Trotzdem ist ein sicherer Hub nicht möglich, wenn die Verbindung zwischen Kran und Last falsch gewählt oder beschädigt ist.
Anschlagmittel sind daher keine beiläufigen Hilfsmittel. Sie sind tragende Bestandteile des gesamten Hebevorgangs. Ihre Auswahl entscheidet darüber, wie die Kräfte von der Last zum Kran übertragen werden und ob die Last während des gesamten Hubes sicher gehalten wird.
Entscheidend ist immer das vollständige System: Gewicht und Schwerpunkt der Last, Anschlagpunkte, Anschlagmittel, Anschlagart, Strangzahl, Neigungswinkel, Umgebungsbedingungen und die Qualifikation der beteiligten Personen müssen zueinander passen.
Verknüpfte Begriffe
Anschlagen von Lasten · Anschläger · Anschlagpunkt · Anschlagwinkel · Rundschlinge · Hebeband · Schäkel · Traverse · Lastschwerpunkt · Kranhaken · Hakenflasche · Tragfähigkeit · Lastaufnahmemittel
