Länderübergreifende Meisterleistung in Doicești: Felbermayr liefert Schwertransport-Praxis auf höchstem Niveau

Wohl dem, der eine gute und praxisorientierte Presseabteilung hat. Die Rede ist von Moritz Glück von Felbermayr, der die Schwerlast-Talente regelmäßig mit erstklassig aufbereiteten Infos versorgt. Nicht nur ein Pressetext – sondern ein Blick in die Projektlogistik. Danke dafür!

Drei Länder, vier Umschlagpunkte

Es war ein Projekt der anspruchsvollen Sorte: hoch, schwer, empfindlich, zeitkritisch. Der Einsatz von Felbermayr für ein neues Wärmekraftwerk in Doicești, Rumänien zeigt, wie moderne Schwergutlogistik funktioniert – wenn alles aufeinander abgestimmt ist. Die Komponenten waren nicht nur übergroß, sondern mussten mit chirurgischer Präzision ins Herzstück einer im Aufbau befindlichen Industrieanlage eingebracht werden. Und das unter Bedingungen, die nicht auf dem Reißbrett geplant wurden: enge Radien, schwankender Wasserstand, und null Toleranz beim Zeitplan.

Binnenschiff im Hafen mit Kranen, das überdimensionale Frachtladung transportiert.
Im Felbermayr-Terminal in Antwerpen, Belgien, wurden die Generatoren vom Hochseeschiff auf ein Binnenschiff umgeschlagen.

Von Linz über die Donau in die Tiefebene

Startpunkt war das Felbermayr-Werk in Linz. Dort wurden die überdimensionalen Kesselmodule auf ein Binnenschiff verladen. Die Fahrt auf der Donau dauerte mehrere Tage – durch Schleusen, bei unterschiedlichen Wasserständen. Der Umschlagpunkt in Giurgiu wurde bewusst gewählt: Er bot genug Platz und war nahe genug am Zielort.

Luftaufnahme eines Krans im Felbermayr-Werk, der große Kesselmodule auf ein Binnenschiff verlädt. Umgeben von Lagerbereichen und anderen Containern.
In Linz wurden die Generatoren auf den Schubleichter RoRo30 umgeschlagen – einer davon bereits auf einen SPMT.
Blick auf ein Binnenschiff mit einem Kran, der eine übergroße Komponente auflädt, am Ufer eines Flusses mit Bäumen im Hintergrund.
Der Generator wurde mit einem 750-Tonnen-Raupenkran auf den SPMT gehoben.

Millimetergenaue Planung auf engstem Raum

In Giurgiu wurden die Module entladen, auf Modulfahrzeuge verladen und für den über 100 Kilometer langen Straßentransport vorbereitet. Die Zufahrten zum Kraftwerk in Doicești sind schmal und kurvig. Hier kam eine Kesselbrücke von Baumann zum Einsatz. Die eingesetzte Kombination aus Modulfahrzeugen, Anpassungen am Lenksystem und sorgfältiger Streckenplanung zeigte: Hier war ein Team am Werk, das weiß, wie man Projekte dieser Größenordnung sauber und lehrbuchnah auf die Straße bringt.


Raupenkran CC 3800 – Das Montagezentrum auf Ketten

Hersteller: Tadano Demag
Typ: CC 3800-1
Traglast: bis 650 Tonnen
Ausleger: bis 171 m, mit Wippspitze kombinierbar
Ballast: bis 225 + 65 t kombinierbar
Montagegewicht: über 500 t Eigengewicht
Aufbauzeit: mehrere Tage mit eigenem Hilfskran
Einsatz: Montage unter beengten Verhältnissen inkl. Teleskopmanöver


Luftaufnahme eines Logistikbereichs mit einem Modulfahrzeug auf einer Straße, umgeben von Parkplätzen, grünen Flächen und Gebäuden.
Ankunft des dritten Generators beim Kraftwerk Mintia in Rumänien

Präzision, obwohl kein Zentimeter Platz war

Der Kranstandplatz lag auf unebenem Untergrund. Trotzdem gelang es, den CC 3800 präzise zu platzieren, aufzurüsten und für anspruchsvolle Hübe vorzubereiten. Für das schwerste Modul wurde die Auslegereinheit verlängert und das Team arbeitete dabei mit einer Ruhe und Selbstverständlichkeit, die typisch ist für die doch sehr professionelle Schwerlast- und Kranbranche.

Präzisionsarbeit am Fundament

Fünf der sechs Großkomponenten konnten direkt nach Anlieferung auf ihre Fundamente verbracht werden. Die beiden Generatoren für die Gasturbinen wurden mithilfe eines 500-Tonnen-Hubgerüsts auf einen 10-achsigen SPMT gesetzt, und auf 36 Meter Schienen zum Fundament bewegt. Der Generator der Dampfturbine musste zwischengelagert werden – das Fundament war noch nicht fertiggestellt.

Transport eines großen Kesselmoduls auf einem Modulfahrzeug, begleitet von Sicherheitspersonal auf einer schmalen, kurvigen Straße in einer ländlichen Umgebung.
Über die RoRo-Rampe rollte der SPMT mit dem Generator aus dem Schiff aus und fuhr direkt weiter durch die Stadt Mako bis zum Umladeplatz.

Die beiden Trafos für die Gasturbine wurden auf einem 24-achsigen Tieflader angeliefert. Eine drei Meter breite Grube zwischen Entladestelle und Fundament wurde von den Kollegen von Engineered Solutions mit Trägern überbrückt. Die Trafos wurden dann mit einem 400-Tonnen-Verschubsystem zum Fundament geschoben und mit vier 150-Tonnen-Kletterpressen abgesetzt.

Auch der Trafo für die Dampfturbine wurde zunächst hydraulisch von der Seitenträgerbrücke auf Verschubbahnen abgesetzt. Ein Träger musste hierfür ausgebaut werden – danach wurde er mit Stufenhebern final abgesetzt.

Fazit
Schwer, komplex, durchdacht. Dieses Projekt zeigt, wie internationale Schwerlastlogistik funktioniert – mit technischer Präzision, starker Koordination und einem Team, das weiß, was es tut.

Beteiligte Unternehmen

– Felbermayr Holding GmbH – Projektkoordination, Transport, Engineering, Kranmontage
– BAUMANN GmbH & Co. KG, Bornheim – Bereitstellung der Kesselbrücke
– Tadano – Hersteller des CC 3800 Raupenkrans

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Fotos: Felbermayr

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