Erste Fahrt der STB 320 – auf einen Blick
Transportgut: Transformator, 285 t
Route: Bahnhof Offenburg → Umspannwerk Weier (ca. 9 km)
Dauer des Transports: ca. 3 Stunden
Besonderheit: Nur eine einzige Strecke befahrbar
Hindernisse: Zwei sensible Brücken (u. a. Kinzigbrücke, 80 m Spannweite)
Technik: Neue Seitenträgerbrücke STB 320, entwickelt von TII‑Scheuerle & Kübler
Besonderheiten der STB 320:
• Gewichtsoptimiert & modular
• Hydraulische Hub- und Absenkfunktion
• Enorme Wendigkeit
• Direkte Absetzung ohne externe Hebetechnik
Auftraggeber: TransnetBW
Ein neuer Maßstab im Trafotransport
Ein echter Quantensprung für den Schwertransport: Die neu entwickelte Seitenträgerbrücke STB 320 hatte ihren ersten erfolgreichen Einsatz – und das gleich bei einer echten Herausforderung. Transportiert wurde ein 285 Tonnen schwerer Transformator für TransnetBW – Ziel: das Umspannwerk Weier bei Offenburg, ein Standort mit besonders schwieriger Anbindung.

Die STB 320 wurde von TII‑Scheuerle gemeinsam mit der Spedition Kübler entwickelt – und das mit einem klaren Ziel: einen hochflexiblen, gewichtsoptimierten Träger für besonders anspruchsvolle Trafotransporte zu schaffen. Ihre Premiere hat eindrucksvoll gezeigt, dass dieses Ziel erreicht wurde.
Die Besonderheit des Einsatzes
Gleich mehrere Faktoren machen diesen Transport zu einem echten Meilenstein:
Zum einen war er Teil eines wichtigen Infrastrukturprojekts – der Umspannpunkt Weier wird von 220 kV auf 380 kV aufgerüstet. Das ist ein zentraler Baustein für die Energiewende in Süddeutschland. Damit einher gingen hohe Anforderungen an die Transportlogistik – denn die örtliche Infrastruktur ließ kaum Spielraum zu.
Nur eine einzige Transportstrecke war möglich: Zunächst per Zug nach Offenburg, dann weiter über die Straße. Auf der Strecke mussten zwei empfindliche Brücken gequert werden – darunter die fast 80 Meter lange Kinzigbrücke. Mit herkömmlicher Technik wäre das schlicht nicht möglich gewesen.

Hier kam die neue STB 320 ins Spiel – mit ihrem minimalen Eigengewicht, ihrer ausgefeilten Lenkgeometrie und ihrer präzisen hydraulischen Hebetechnik. Was mit Standard-Lösungen unmöglich schien, konnte so effizient und sicher umgesetzt werden.
Technik mit Feingefühl und Kraft
Schon beim Verladen des Transformators zeigte sich, was die STB 320 kann: Dank hydraulischer Hilfsträger gelang eine punktgenaue Ausrichtung auf dem Bahnhofsgelände.
Während der rund 9 Kilometer langen Straßentransportstrecke meisterte das Gespann selbst enge Kreisverkehre – kein Problem für die wendige Konstruktion mit ihrem flexiblen Achssystem.

Auch bei niedrigen Brücken oder engen Passagen punktete die neue Technik: Die STB 320 kann abgesenkt oder angehoben werden, sodass sich Hindernisse elegant unter- oder überfahren lassen.
Besonders effizient: Am Ziel angekommen, konnte der Transformator direkt auf das Fundament abgesenkt werden – ohne zusätzliche Hebetechnik. Das spart Zeit, Kosten und Nerven.
Nach rund drei Stunden war der Einsatz abgeschlossen – und der Transformator war sicher am Ziel.
Fazit
Mit der STB 320 zeigt sich einmal mehr, was moderne Technik im Schwerlastbereich leisten kann.
Die erste Fahrt war kein Probelauf, sondern eine Punktlandung – unter realen Bedingungen, mit echtem Zeitdruck, auf sensibler Strecke. Ein starker Auftritt für eine Brücke, die vieles leichter macht – im Wortsinn und im übertragenen Sinne.
Technik, Teamgeist und Zusammenarbeit – hier kam alles zusammen, was Schwerlast wirklich bewegt.

Alle Fotos: Kübler resp. Markus Voelter für TransnetBW
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