Frischer Wind im Schwerlast-Terminal Gelsenkirchen

Wir sind in Schalke. Nicht AUF Schalke, aber man hätte es fast glauben können 😉 Merkte ich sofort, als ich ins Büro der STGE kam *lach*

Es ging aufs Gelände, und: Strahlender Sonnenschein! Nach den vielen Regentagen tat es richtig gut, mal wieder Sonne im Gesicht spüren, und so bin ich, wie mit Nikolai Haffer vom STGE verabredet, pünktlich eingetroffen. Mir war das Schwerlast-Terminal Gelsenkirchen noch im Gedächtnis als Umschlagfläche im Hafengebiet von Gelsenkirchen, allerdings unter der Flagge von Siefert.

Standort Rhein-Herne-Kanal inklusive Tri-Modalität: Strategisch genau richtig!

Während Jörn Demmer und ich im Sonnenschein über das Gelände schlenderten, denn bei dem Wetter unterhält man sich doch lieber draußen, erzählte er, dass bereits im April 21 die ersten Gespräche mit dem 81jährigen Jürgen Siefert geführt wurden. Jürgen Siefert wollte nicht nur sein Unternehmen im Ganzen veräußern, ihm lag auch daran, dass die Mitarbeiter weiterhin ihren Arbeitsplatz haben.

Man wurde sich schnell einig, denn bereits am 1.8.2021 war der Asset-Deal komplett: Das Anlagevermögen nebst Immobilie wurde von der neu gegründeten STGE GmbH gekauft, und das Team Jörn Demmer als Geschäftsführer und Nikolai Haffer als Prokurist wurde installiert. Diese beiden haben das Projekt mit aus der Taufe gehoben. Das Siefert-Team wurde komplett übernommen, und entwickelt nun, gemeinsam mit neuen Kollegen, am Standort das Schwerlast-Terminal Gelsenkirchen mit.

Gut zu sehen: Schiene, Wasser und ein „Landfahrzeug“ – und die Chronistin, behütet, wurde von Jörg Demmer aufs Foto gebannt 😉

In der Werftstr 21 weht jetzt ein frischer Wind

Die neue STGE hat sofort nach dem Eigentumsübergang begonnen, den Platz auszubauen und zu befestigen. Begonnen wurde vor der Schwerlasthalle. Jetzt arbeitet man bereits auf ein zu installierendes MIS zu. Das Team ist bereits dabei, die Immobilien sukzessive zu erneuern, aber, ganz klar: Der Fokus liegt auf dem Tagesgeschäft.

Hier macht sich das Team Demmer/Haffer mit den Kollegen, denn so war es von Anfang an vorgesehen, die Schwerlastroute Siegen – Ruhrgebiet zunutze. Im STGE können Güter mit bis zu 250 Tonnen Gewicht, mit eigenem Schwerlastkran und überdachter Anlegerstelle, witterungsunabhängig von LKW, Bahnwaggon und Binnenschiff umgeschlagen und zur Montage, Lagerung und Verpackung in die direkt angrenzende 1.000 m2 große Schwerlasthalle verbracht werden.

Jörn Demmer, und man merkte ihm das deutlich an, dass er einfach Spaß an dieser Aufgabe hat, zählte natürlich SOFORT die Vorteile dieses strategischen Standortes auf:

  • Eine schnellere Erreichbarkeit über die Schwerlast-Routen,
  • Trimodalität,
  • keine Brückenproblematik, und
  • die sehr gute Autobahnanbindung zwischen A42 und A2 sowie
  • ein idealer Anschluss an das Straßen-, Schienen- und Wasserstraßennetz Europas.

Es war richtig viel Betrieb in der Anlage. Für einen Kunden wurden Haspeln vom LKW ins Binnenschiff verladen. Jörn Demmer sagte dann so nebenbei: „Wir haben die bestehende 250 Tonnen –Krananlage um einen 40 Tonnen-Umschlagkran erweitert, um auch die Auslastung über Umschlag zu gewährleisten.“ Und: „Eine mechanisch-elektronische Coilzange, die sich um 360 Grad drehen kann, haben wir inzwischen auch installiert. Somit können wir Stückgewichte bis zu 35 to verfahren. Coilhaken haben für mich nichts mehr mit effizienter Lagerhaltung zu tun; durch die neue Coilzange ist eine bessere Auslastung gewährleistet.“

Das Wort „Auslastung“ fiel in unserem langen Gespräch häufiger, ist aber gut nachvollziehbar. So eine Investition muss sich schließlich rechnen, Strategie auf lange Sicht hin oder her.

Interessant: Die STL Logistik AG in Haiger ist Mitinvestor am Standort Gelsenkirchen. Im Firmenverbund ergänzen sich somit eine umfangreiche Flotte vom konventionellen Transport über, speziell auf Großraum- und Schwertransporte konzipierte hydraulische Schräg- und Blechlader – dafür ist STL bekannt – aber auch Innenlader, teleskopierbare Auflieger und Kesselbrücken, bis hin zu Luft- und Seefrachten. Somit ergeben sich aus diesem Portfolio vorteilhafte Synergien.

An diesem Punkt habe ich direkt mal nachgehakt, nämlich: Wie geht denn STGE mit einer STL Logistik AG um, die ggf. Aufträge und Fahrzeuge zur Verfügung stellt? Beide, Jörn Demmer wie Nikolai Haffer, sagten unisono:

Die STL wird von uns wie ein fremder Dritter behandelt – und umgekehrt.

Diese Aussage war mich für als ehemalige Controllerin in einem Konzern gut nachvollziehbar, denn das Schwerlast-Terminal Gelsenkirchen kann es sich gar nicht leisten, Freundschaftspreise zu machen. Schließlich wurde auch noch in einen neuen Fuhrpark investiert, und dieser, wie die anderen Investitionen auch, müssen bezahlt werden. Hinzu kommt, dass die STL EIN Kunde des Schwerlast-Terminals ist, und man diese nicht bevorzugt, sondern neutral behandelt. Dieser Punkt war Jörn Demmer wichtig, denn er ist mit seinem Team einerseits unabhängig im Markt tätig, kann aber trotzdem auf Ressourcen des Mitinvestors zurückgreifen.

Am Standort in der Werftstraße 21 kann man nun über 11 ziehende und 12 gezogene Einheiten verfügen. Aber, und das ist ein großer Vorteil, das Team kann – natürlich auch im Umkehrschluss, zu marktgerechten Preisen – auf die in der STL-Gruppe vorhandenen 110 ziehenden Einheiten verfügen. Da dürfte dann bzgl. der Verfügbarkeit der enge Draht zu den Kollegen in Haiger ein nicht zu unterschätzender Vorteil  sein.

Für diese Loks – ihr seht hier eine von vielen – hat die STGE extra ein eigenes Schmalspurgleis gebaut. Das Untergestell (Fahrwerk) wird aufgesetzt, dann wird die Verkleidung auf das Fahrwerk gesetzt. Nach fertiger Montage, also der Verheiratung von Fahrgestell und „Chassis“ wird die gesamte Lokomotive auf das Binnenschiff gehoben, und ins Land der aufgehenden Sonne über den Wasserweg transportiert. Und, so Nikolai Haffer: „Eigentlich haben wir immer eine Lokomotive zur Verheiratung hier stehen.“ Anmerkung der Chronistin: Ich grinste mir leise ein, denn nun fahren in Japan nette kleine Lokomotiven mit „Schalke“ dort herum 🙂

LEIDER war es nicht möglich,  auch nicht für eine neugierige Chronistin eines Schwerlast-Blogs, einen Radwechsel an einem Waggon zu zeigen: Der Waggon wird angehoben, die Achsen ausgetauscht, wieder heruntergesetzt aufs Gleis gesetzt. Hätte ich mir nur zu gerne angesehen!

Es war für mich ein interessanter Besuch des „frischen“ Schwerlast-Terminals in Gelsenkirchen, verbunden mit vielen Erläuterungen. Man hat eine gute Nachbarschaft im Umfeld, ist einander behilflich, und das liegt sicher auch daran, dass das Duo Demmer + Haffer überall seinen Antrittsbesuch gemacht hat. Der Hafenbetreiber Gelsen-Log ist, genau wie die Stadt Gelsenkirchen, unterstützend tätig, wenn es um eine weitere und gute Zusammenarbeit geht.

Ich habe fotografiert, was das Zeug hält, und füge noch eine kleine Fotogalerie bei, denn frau hat nicht alle Tage die Möglichkeit, Fotos von der Kranbahn der großen Halle aus, raus aufs Wasser, und auch aus dem Kranführer- Häuschen, aufs Binnenschiff, zu machen.

Danke für die kleine Rundreise an Jörn Demmer + Nikolai Haffer. Für mich war unser Gespräch eine schöne Bestätigung dessen, was BKF Mirko bereits gesagt hat: „Die Zusammenarbeit zwischen dem Büro und dem Fahrer, das passt alles.“ (Artikel vom 17.12.2021 „Mirko, was reizt dich an diesem Beruf?“) https://schwerlast-talente.com/2021/12/17/mirko-was-reizt-dich-an-diesem-beruf/)

Wer mehr über das Schwerlast-Terminal Gelsenkirchen wissen möchte,
klickt einfach hier: www.stge-gmbh.de

Als Ansprechpartner stehen
Jörn Demmer, Geschäftsführer unter 0209-40 80 311, und
Nikolai Haffer, Betriebsleiter unter 0209-40 80 312

gerne zur Verfügung.

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