BROSHUIS: 3-Achs-Semi-Tieflader SL2 – doppelt ausziehbar

Einzelradaufhängung für niedrige Ladehöhen und lange Ladungen

Mit dem 3-Achs-SL2-Semi-Tieflader mit Einzelradaufhängung positioniert sich Broshuis klar im Segment anspruchsvoller Schwer- und Sondertransporte. Der Auflieger verbindet eine sehr niedrige Ladehöhe mit einem doppelt teleskopierbaren Hauptrahmen und richtet sich an Einsätze, bei denen Länge, Bauhöhe und Fahrstabilität gleichermaßen zählen.

Konstruktion und Eckdaten

Der SL2 erreicht eine Ladehöhe von nur 780 mm. Möglich wird dies durch die Einzelradaufhängung in Kombination mit einer entsprechend flachen Rahmenkonstruktion. Der doppelt ausziehbare Hauptrahmen erlaubt eine flexible Anpassung an unterschiedliche Längenanforderungen – ein Vorteil insbesondere bei Maschinen, Stahlbauteilen oder Komponenten mit variabler Geometrie.

Technische Kenndaten (Herstellerangaben):
→ Nutzlast: ca. 45 t
→ Sattellast: 23 t
Achslast: 36 t
→ Eigengewicht: ca. 14 t

Ein großer Lenkwinkel der Achsen unterstützt die Manövrierfähigkeit auch im ausgezogenen Zustand. Der Auflieger ist robust ausgelegt, und wird vollständig in den Niederlanden gefertigt.

Ein praxisrelevanter Punkt betrifft das Fahrverhalten über unterschiedliche Fahrhöhen hinweg. Nach Angaben von Sascha Merhof, Sales Director D/A/CH bei Broshuis, kann der SL2 – ähnlich wie ein Pendelachsauflieger – in allen Fahrhöhen betrieben werden, ohne dass sich dies auf den Reifenverschleiß auswirkt. Merhof: „Die SL2 hat in nahezu allen Fahrhöhen einen identischen Reifenverschleiß.“


Kipppunkt und Fahrstabilität

Ein konstruktiver Vorteil der Einzelradaufhängung mit Zwillingsbereifung liegt im Kipppunkt des Fahrzeugs.

SL2 mit Einzelradaufhängung
→ Kipppunkt liegt an der äußeren Reifenkante
→ Größere seitliche Stabilität bei hohen Schwerpunktlagen
→ Späteres Erreichen des Kippmoments bei hohen Ladungen
→ Ein SL2 mit 2.550 mm Breite ist statisch vergleichbar stabil wie ein Pendelachsauflieger mit 2.750 mm Breite

Pendelachse
→ Kipppunkt liegt konstruktiv in der Mitte der Achse (Pendellager)
→ Bei hohen Schwerpunktlagen früheres Kippmoment
→ Vorteilhaft bei anderen Einsatzprofilen, aber weniger günstig bei hohen, genehmigungssensiblen Ladungen

Sascha Merhof dazu: „Gerade bei hohen Ladungen mit entsprechendem Schwerpunkt ist man mit der SL2 sicherer unterwegs.“


Einzelradaufhängung und Pendelachse – technische Unterschiede

Die häufig genannte höhere Punktlastfähigkeit von Pendelachsaufliegern ist nur eingeschränkt zutreffend. Pendelachsfahrzeuge verfügen konstruktiv über ein dreiträgeriges Fahrgestell – bestehend aus den beiden Längsträgern über den Pendelachsen sowie dem Hauptträger. Dadurch ergeben sich im Bereich der Achsen mehr Möglichkeiten für die Aufnahme von Punktlasten.

Der Hauptträger und das Chassis selbst sind jedoch vergleichbar dimensioniert. Die höhere Punktlastfähigkeit beschränkt sich im Wesentlichen auf den Bereich über den Achsen.

Ein Vorteil der Pendelachse bleibt dennoch bestehen: Lasten lassen sich konstruktiv besser anheben, insbesondere bei unebenem Gelände oder stark variierenden Bodenniveaus.

Einsatzpraxis

Der SL2 richtet sich an Transportunternehmen, die:

→ regelmäßig lange Ladungen transportieren
→ auf niedrige Ladehöhen angewiesen sind
→ hohe Schwerpunktlagen beherrschen müssen
→ Wert auf Fahrstabilität, Lenkverhalten und Reifenstandzeiten legen

Die doppelte Ausziehbarkeit reduziert den Bedarf an Spezialfahrzeugen und erweitert die Einsatzmöglichkeiten im Fuhrpark.

Fazit

Der 3-Achs-SL2-Semi-Tieflader mit Einzelradaufhängung ist kein Allrounder für jede Schwerlastaufgabe, sondern ein klar positioniertes Arbeitsgerät für Transporte, bei denen Ladehöhe, Länge und Fahrstabilität im Vordergrund stehen. Technische Eigenschaften, die bislang häufig der Pendelachse zugeschrieben wurden, werden hier konstruktiv neu gedacht.

Ergänzend zur technischen Betrachtung lohnt ein kurzer Blick auf das, was im Alltag oft den Unterschied macht.

Matthias Schmerer und Sascha Merhof von Broshuis auf den Internationalen Schwerlasttagen in Hohenroda

Informationsfluss und Praxisnähe

Auffällig ist die kontinuierliche und strukturierte Informationsarbeit von Jelke de Jong und seinem Team bei Broshuis. Technische Details und Weiterentwicklungen werden nachvollziehbar kommuniziert – ein Aspekt, der für Anwender und Fachredaktionen gleichermaßen relevant ist.

Was seltener thematisiert wird, zeigt sich im Alltagseinsatz: In einem konkreten Fall reagierte Matthias Schmerer aus dem technischen Außendienst kurzfristig, nachdem sich an einem Auflieger erste Anzeichen eines Defekts zeigten. Ein Ersatzteil wurde direkt zum Fahrer gebracht, das alte Bauteil fachgerecht entfernt und entsorgt. Der Kunde zeigte sich mit dieser pragmatischen Unterstützung ausgesprochen zufrieden.

Kein großes Thema – aber genau diese Art von Service entscheidet im Schwerlastalltag darüber, ob Technik verfügbar bleibt oder zum Stillstand kommt.


Technische Ergänzung nach Rücksprache mit dem Vertrieb D-A-CH

Nach Veröffentlichung des Artikels hat sich Sascha Merhof, Vertriebsleiter D-A-CH bei Broshuis, mit einigen praxisrelevanten Hinweisen gemeldet, die die technische Betrachtung sinnvoll ergänzen.

Ein Aspekt betrifft das Fahrverhalten über unterschiedliche Fahrhöhen hinweg. Die SL2 kann – ähnlich wie ein Pendelachsauflieger – in allen Fahrhöhen betrieben werden. Der Reifenverschleiß bleibt dabei in nahezu allen Höhen identisch. Damit relativiert sich ein Vorteil, der häufig der Pendelachse zugeschrieben wird.

Ein weiterer Punkt ist der Kipppunkt. Bei der Einzelradaufhängung mit Zwillingsbereifung liegt dieser konstruktiv an der äußeren Reifenkante. Bei hohen Ladungen mit entsprechend hoch liegendem Schwerpunkt verschiebt sich damit das Kippmoment nach außen. In der Praxis bedeutet das: Ein SL2 mit 2.550 mm Breite erreicht eine vergleichbare Stabilität wie ein Pendelachsauflieger mit 2.750 mm Breite.

Zum Vergleich: Bei Pendelachsen liegt der Kipppunkt konstruktiv in der Mitte der Achse – dort, wo die Achse pendelt.

Auch die häufig genannte höhere Punktlastfähigkeit von Pendelachsaufliegern ist differenziert zu betrachten. Pendelachsfahrzeuge verfügen konstruktiv über ein dreiträgeriges Fahrgestell – bestehend aus den beiden Längsträgern über den Pendelachsen sowie dem Hauptträger. Dadurch ergeben sich im Bereich der Achsen zusätzliche Möglichkeiten zur Aufnahme von Punktlasten. Hauptträger und Chassis selbst sind jedoch vergleichbar dimensioniert. Die höhere Belastbarkeit konzentriert sich im Wesentlichen auf den Achsbereich.

Ein konstruktiver Vorteil der Pendelachse bleibt bestehen: Lasten lassen sich technisch besser anheben – insbesondere bei unebenem Gelände oder stark variierenden Bodenniveaus.


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