Schwerlast-Terminal Niederrhein

(Werbung wegen Marken- Nennung)

Ein toller Sonnentag – man muss ja dankbar sein, in Zeiten des Klimawandels, dass es nicht regnete – und so ich sauste mit dem roten Bomber zum Rhein- Lippe- Hafen. Meldete mich vorschriftsmäßig bei Jenny an, die mich über das gesamte Gelände führte.

Als waschechte Duisburgerin bin ich – natürlich – großgeworden mit DEM Binnenhafen. Mal war er der größte der Welt, mal „nur“ der größte Binnenhafen Europas. Hat damit zu tun, dass man bei der Bewertung immer mal wieder, in der Vergangenheit, andere Maßstäbe ansetzte. Duisburg konkurrierte und konkurriert noch immer mit Rio de Janeiro. Über die Vorzüge des Wetters im Land des Marktbegleiters brauchen wir uns nicht unterhalten, dieses Wetter ist einfach unschlagbar!

Sozusagen nebenan von Duisburg gibt es einen netten kleinen Umschlaghafen, in Wesel. Mit dem Schwerlast- Terminal Niederrhein. Es gehört zur HEGMANN- Gruppe, die sich, einen Hauch von abseits gelegen, eine gut ausgebaute Anlage zugelegt haben. Meint man so garnicht! Ich, mit meinem Duisburger Hafen- und Logistik- Verständnis, war schon recht überrascht, dass sich da ganz leise, so neben der Haustür meiner Heimatstadt, ein richtig guter Logistik-Standort angesiedelt und entwickelt hat, und weiter entwickelt. Denn weitere Firmen ziehen inzwischen nach.

Unterhalb des Wesel-Datteln-Kanal, etwas oberhalb die Lippe: Dazwischen ist der Rhein-Lippe-Hafen (Wesel) zu finden. Der Rhein-Lippe-Hafen verfügt über zwei Hafenbecken. O.K., als Ur- Duisburgerin grinse ich mir natürlich leise eins, wenn ich diese beiden Hafenbecken sehe. Es sind klassische Sackhafen: Das Schiff kommt vom Rhein oder vom Wesel-Datteln- Kanal in den Rhein-Lippe-Hafen, und kann im dortigen Schwerlast- Termin entladen werden.

Ab Voerde, das etwas oberhalb des Rhein- Lippe- Hafens gelegen ist, hat der Rhein eine tiefere Fahrrinne, mit dem Ergebnis, dass, wenn Rheinabwärts ab Duisburg „nichts mehr geht“, von Wesel aus immer noch befrachtet und verschifft werden kann.

Foto: Schwerlast-Terminal Niederrhein

Zuerst war mein Gedanke: Oh, Naturschutzgebiet. Am Horizont die Weseler Rheinbrücke. In der Ferne die Dorfkirche von Büderich. Ein-deu-tich: Du bist auf dem Land. Und HIER soll dann Schwergutverladung erfolgen?? Eine leise Skepsis machte sich bei mir breit. Jenny erzählte, dass es Kunden gibt, die meinten, die Hegmänner müssten für diese Aussicht glatt ´was bezahlen 😉 Wobei der Kontrast schon interessant ist: Einerseits die ländliche Anmutung, andererseits ein professioneller Hafen.

Auf dem Gelände, durch eine Schranke resp. ein Schiebetor gesichert, findet man neben einer großen Lager- und Umschlaghalle auch ein großes Freilager. Mit der Halle ist HEGMANN für alle Gegebenheiten ausgestattet, wenn empfindliche Güter vor dem Schiffstransport wettersicher gelagert werden müssen.


A propos Halle: Die Halle hat drei Hallenschiffe, von denen zwei mit einem 25 to-Kran ausgestattet sind. Das dritte Hallenschiff verfügt über zwei Krane, die nach draußen fahren können zwecks Be- und Entladung von Schiffen oder Schwergut- Fahrzeugen. Wie bei einem solchen Gelände üblich, wenn es gut geplant ist: Jede Menge Platz! Als ich ankam, fuhr gerade ein Schiff aus dem Hafen. Schade, die Beladung hätte ich gerne fotografiert. Vor Tor 1 standen drei 3-A-SZM, die gerade beladen wurden.

Vor Tor 1: Ein Reachstacker für die Container- Bewirtschaftung.

Was mir auffiel: Neben dem wirklich vielen Platz (Halle, riesiges Freigelände) ist die technische Ausstattung so, dass ein Wachstum problemlos möglich ist. Dies haben inzwischen andere auch entdeckt. NORDFROST z.B. hat sich direkt nebenan angesiedelt, und es ist eine eine gute Nachbarschaft. Wenn es erforderlich ist, stellt man sich gegenseitig weiteres Equipment zur Verfügung.

Blick auf die Krananlage von Nordforst. Der Kai ist offen für den Nachbarn, so kann man einander aushelfen.

Auffallend angenehm: Die (fremden) Fahrer wurden freundlich begrüßt, egal welche Nationalität, es war ein guter Umgangston, und die Kollegen von HEGMANN waren behilflich. David Tietz, Geschäftsführer des SLT Niederrhein, aber auch die Kollegen dort, strahlen gute Laune aus, und sind, Zitat vom Senior- Chef, „ein richtig gutes gutes Team“.

Ich bin jetzt ´mal gespannt, wann der weitere Ausbau dort erfolgt 😉 Die Lage ist gut, trotz meiner Duisburger Vorbehalte *leiser Grinser*. Das Angebot wird sehr nachgefragt, und die Hegmänner sind ein gut eingespieltes Team. Mit David Tietz ist bereits die Nachfolge im Gesamtunternehmen gesichert. Ehrlich? Als Arbeitnehmer ist es gut zu wissen – gerade in diesen merkwürdigen Zeiten – wo so eine Unternehmensreise hingeht. Eine solide Kontinuität ist da nicht zu verachten – sagt die Chronistin 😉

***** V O R S C H A U *****

Portrait von Georg Tietz,
der locker, bei einer Tasse Kaffee, am Unternehmenssitz in Sonsbeck, aus seinem Leben erzählte.

2 Gedanken zu “Schwerlast-Terminal Niederrhein

  1. Interessanter Beitrag, danke dafür 👌! Grüße aus Wesel und JA, ich habe dadurch tatsächlich etwas Neues über „meine“ Stadt erfahren und Interesse, mir das auch mal anzusehen

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