Die Binnenschifffahrt hat das Potenzial, die Schwertransport-Logistik der Zukunft zu gestalten. Das machte Ocke Hamann, Geschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer, in einem aktuellen Post deutlich. Er hob hervor, dass die Verlagerung von Gütern auf Wasser und Schiene eine zentrale Rolle für eine nachhaltige und resiliente Wirtschaft spielt. Als Paradebeispiel nannte er dabei den Hafenverbund DeltaPort Niederrheinhäfen.
DeltaPort Niederrheinhäfen
Die DeltaPort GmbH & Co. KG ist ein Zusammenschluss von drei öffentlichen Hafenarealen im Kreis Wesel: dem Stadthafen Wesel, dem Rhein-Lippe-Hafen Wesel und dem Hafen Emmelsum in Voerde. Seit 2018 agieren sie gemeinsam mit dem Hafen Emmerich und dem NIAG-Hafen in Rheinberg-Orsoy unter dem Namen DeltaPort Niederrheinhäfen.
Gesellschafter der DeltaPort GmbH & Co. KG sind die Stadt Wesel, die Stadt Voerde und der Kreis Wesel. Die Kooperation „DeltaPort Niederrheinhäfen“ wurde von der DeltaPort GmbH & Co. KG, der Port Emmerich GmbH und der NIAG Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG gegründet.
Der Hafenverbund ist auf eine breite Palette von Gütern ausgerichtet, darunter Schüttgüter (wie Baustoffe, Futtermittel und Salz), Stückgüter (z. B. Papier und Zellstoff), Schwergut, Flüssiggüter und containerisierte Waren.
Die DeltaPort-Häfen bieten Logistikdienstleistungen für eine Vielzahl von Unternehmen. Zu den Partnern und Nutzern gehören Firmen wie Hegmann Transit und Contargo, das hier sein trimodales Angebot nutzt, sowie Partner aus dem Wasserstoff-Netzwerk wie Nordfrost und E.ON. Mehr über das Schwerlast-Terminal von Hegmann Transit im Rhein-Lippe-Hafen: Artikel Schwerlast-Terminal Niederrhein

Schwerlast-Terminal Niederrhein im Rhein-Lippe-Hafen
Der Weseler Hafenverbund zeigt, wie Investitionen in die Infrastruktur die Wirtschaft stärken. DeltaPort setzt auf moderne und klimafreundliche Technologien. Die Häfen werden zu trimodalen Knotenpunkten ausgebaut, die Straße, Schiene und Wasserweg optimal verknüpfen. Jüngste Projekte zur Installation von Landstromanlagen und die Entwicklung als Drehscheibe für grünen Wasserstoff untermauern die Innovationskraft und das Engagement für eine klimaneutrale Logistik.
Weckruf an die Politik: Infrastruktur-Stau gefährdet Standort Deutschland
Trotz der klaren Vorteile der Binnenschifffahrt und des Erfolgs von Häfen wie DeltaPort gibt es eine massive Kritik: Der Bund vernachlässigt die Wasserstraßen. Während andere Verkehrsträger Milliardensummen erhalten, fehlt es an nachhaltigen Investitionen in Schleusen, Spundwände und das Kanalnetz. Verbände wie der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) fordern seit Jahren eine solide Finanzierung, um den enormen Sanierungsstau aufzulösen. Viele der wichtigsten Infrastruktur-Bauwerke sind überaltert und systemkritisch.
Fazit: Investitionen sichern Zukunft
Die Binnenschifffahrt ist ein entscheidender Träger der deutschen Wirtschaft und essenziell für nachhaltige Logistik. Während Häfen wie DeltaPort das enorme Potenzial dieses Verkehrsträgers belegen, gefährdet der anhaltende Investitionsstau in Wasserstraßen und Schleusen die Leistungsfähigkeit der gesamten Infrastruktur. Um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern, sind konsequente Investitionen und eine verlässliche Finanzierung erforderlich. Eine ausreichende Berücksichtigung im Sondervermögen Infrastruktur wäre ein notwendiger Schritt, um die Weichen für eine zukunftsfähige und resiliente Gütermobilität zu stellen.
Werbung wegen Nennung und Verlinkung von Marken und Namen
Titelfoto: Lizenzfreie Map/Foto Niederrhein-Terminal: Silvia Florentine Rybka DFJ
