Matthias Will: Kran- & Schwerlast-Modellbau
Seit wann: Hobby seit 1985 (Azubi-Zeit, erstes Geld im Modellbauladen)
Maßstab: 1:87
Beruf: Betonbauer/HochTief, heute Polier; seit 1990 weltweit auf Montage; Rückbau deutscher Kerntechnik; bis ~80.000 km/Jahr, oft nachts unterwegs
Schwerpunkt im Modellbau: Schwerlast, Krane, Dioramen (U-förmig, bis ca. 6,0 × 1,2 m) – Ziel: maximale Realitätsnähe
Lieblingswelten/Flotten: u. a. Felbermayr (komplettes SZM-Portfolio 2–4-achsig), dazu HKV, WASEL
Modelle & Umbauten (Auswahl): Goldhofer THP (2–6-achsig), Palfinger-Ladekräne, Begleitfahrzeuge, Zwischenträger für Tragschnabel-Transporte (Felbermayr ITB als Vorbild) :contentReference
Detailgrad: Figuren (Preiser) farblich angepasst inkl. Reflexstreifen – „muss den Tatsachen entsprechen“
Meilenstein: Einladung zum letzten Hub des Gottwald AK 850 (Steyr 50 S 60 & MAN 48792) – prägte die Schwerlast-Leidenschaft
Auftritte: Bis 2012 Aussteller bei Modellbau Europe
Für die meisten Menschen ist ein Tieflader, der einen gigantischen Transformator transportiert, ein nicht alltäglicher Anblick auf der Autobahn. Für Matthias Will aber sind diese rollenden Kolosse mehr als nur Fahrzeuge. Sie sind die Inspiration für ein Hobby, das ihn seit fast vier Jahrzehnten mit Herzblut und Hingabe erfüllt: der detailgetreue Modellbau von Kran- und Schwerlastfahrzeugen.
Ein Leben für das Schwere
Matthias Will, der seit 1985 bei HochTief arbeitet, ist beruflich eng mit der Welt der Schwerlast- und Krantechnik verbunden. Als gelernter Betonbauer hat er sich bis zum Polier hochgearbeitet. Seit 2000 ist er im Rückbau der deutschen Kernkraftwerke tätig. Er kennt die Anlagen aus dem Effeff und ist beruflich bis zu 80.000 Kilometer im Jahr unterwegs. Diese Nähe zu den Originalen nährt seine Leidenschaft für die Miniaturwelt.

Bereits als Auszubildender gab Matthias sein gesamtes Geld für Modelle aus. Was einst als bunte Mischung aus Baufahrzeugen und Lkws begann, entwickelte sich zu einer Spezialisierung, die ihresgleichen sucht. Ein Meilenstein in seiner Leidenschaft war die Einladung zu einem besonderen Ereignis: dem letzten Hub des Kran-Oldtimers Gottwald AK 850. Hier traf er auf die legendären Schwerlastmaschinen Steyr 50 S 60 und MAN 48792 von Felbermayr. Von diesem Moment an ließ ihn die Faszination für Schwerlastmaschinen nicht mehr los. Die „normalen“ Speditionen, so groß die Auswahl auch wurde, konnten mit dem Reiz der nächtlichen Einsätze von Schmidbauer oder Felbermayr nicht mehr mithalten. Matthias Will fand eine Nische, die kaum jemand besetzte: 100 % Schwerlastmodelle im Maßstab 1:87.

Perfektion bis ins kleinste Detail
Was Matthias‘ Hobby so besonders macht, ist sein Anspruch an Realitätstreue. Das fing schon in den 1980er an und zog sich bis heute hin. Um seine Modelle nicht einfach nur auf eine schlichte Holzplatte zu stellen, begann er mit dem Bau von Dioramen. Hersteller wie Faller und Viessmann (damals Kibri) lieferten die ersten Bausätze für Bäume und Landschaften. Doch Matthias wollte mehr. Er begann, vor allem Schwerlastmodelle umzubauen und die kleinsten Teile selbst passend zu machen. Seine Dioramen wurden immer größer, bis hin zu beeindruckenden 6,00 x 1,20 Metern. Die Maße von 1,20 Metern sind dabei kein Zufall – sie sind ein pragmatisches Maß, das das Arbeiten an den Modellen erleichtert. Heute hat er ein eigenes Zimmer, in dem ein U-förmiges Diorama sein Zuhause gefunden hat.

Sein Fokus liegt ganz klar auf der möglichst realitätsgetreuen Nachbildung. Er bildet fast das gesamte Portfolio von Felbermayr ab, von zwei- bis vierachsigen Sattelzugmaschinen. Auch andere Speditionen wie HKV und Wasel finden sich in seiner Sammlung, darunter der Wasel-Kran LTM 1300-6.2. Matthias ist ein Perfektionist, der sogar die Reflektorstreifen auf den Figuren, die er von Herstellern wie Preiser bezieht, akribisch genau aufmalt, damit sie der Realität entsprechen.
Schwerlast + Krane: Kreativität auf vier (oder mehr) Rädern
Die Ideen für seine Projekte kommen Matthias oft nachts, wenn er beruflich unterwegs ist. Auf langen Autofahrten hat er die Muße, zu überlegen, welche Modelle er als Nächstes bauen will und welche Bauteile er dafür benötigt. Manchmal dauert es Wochen, bis ein einziges Modell fertig ist, da jedes kleinste Detail zählt. Ob es das Anbringen von speziellen Schwerlastkupplungen oder der Bau eines Zwischenstücks für einen Tragschnabelwagen ist – Matthias feilt so lange, bis das Modell perfekt ist.

Sein Engagement und seine Leidenschaft haben ihm viele interessante Kontakte eingebracht. Selbst mit dem Macher der Internationalen Schwerlasttage, Prof. Jochen Lüer, hat er schon das eine oder andere interessante Gespräch geführt. Matthias war sogar bis 2012 Aussteller auf der Messe „Modelshow Europe“, eine Leidenschaft, die er aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zurückstellen musste. Heute besucht er solche Veranstaltungen gerne als Besucher, um zu sehen, was es Neues in der Szene gibt.

Wer einen Einblick in die beeindruckende Welt von Matthias Will und seinen Modellen bekommen möchte, findet seinen YouTube-Kanal unter „Matthias Will“, und auf Instagram ist er auch zu finden ==> KLICK. Dort sind rund 270 Videos zu sehen, die einen bunten Querschnitt von den Anfängen bis heute bieten. Sie zeigen, wie viel Zeit und Herzblut Matthias in sein Hobby steckt und warum seine Leidenschaft für die Welt der Schwerlasten im Maßstab 1:87 so einzigartig ist.










Alle Fotos: Matthias Will
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