Manche kaufen Krane. Andere zeigen, wohin sie wollen.

Linus-Noah, Björn und Mike (v. l. n. r.), für´s Foto extra ohne Helm, vor dem dritten Liebherr LR 1700-1.0-Raupenkran der HKV Schmitz + Partner GmbH. Ein Raupenkranteam, ein neues Großgerät und ein Familienunternehmen, das konsequent in seine Zukunft investiert.


Als ich den jüngsten LinkedIn-Beitrag von Yvonne Skalsky gelesen habe, blieb ich zunächst an einer Zahl hängen: 46 Transporte. Davon 16 Schwertransporte und 30 Standardtransporte.

Dahinter steckt die Anlieferung einer weiteren Liebherr LR 1700-1.0.

Die Zahl ist bemerkenswert. Nicht wegen ihrer Größe. Sondern weil sie sichtbar macht, was in vielen Investitionsmeldungen verborgen bleibt.

Die dritte Liebherr LR 1700-1.0 im Fuhrpark der HKV Schmitz + Partner GmbH beim Einsatz an der Leverkusener Rheinbrücke. Das Projekt zählt zu den größten Infrastrukturvorhaben der Region.

Ein Raupenkran erscheint nicht einfach auf dem Hof. Zwischen Bestellung und erstem Hub liegen Genehmigungen, Transportkonzepte, Logistikplanung, Montage und nicht zuletzt erhebliche finanzielle Entscheidungen. Wer einen 700-Tonnen-Raupenkran in Betrieb nimmt, erweitert nicht nur seinen Maschinenpark. Er trifft eine Aussage über die eigene Zukunft.

Genau deshalb lohnt ein etwas genauerer Blick.


Liebherr LR 1700-1.0: Die Brücke zwischen zwei Kran-Klassen

Mit der LR 1700-1.0 verfolgt Liebherr ein besonderes Konzept. Der Raupenkran verbindet die Transportvorteile von Maschinen der 600-Tonnen-Klasse mit der Leistungsfähigkeit größerer Gittermastkrane der 750-Tonnen-Klasse. Die Maschine basiert auf den Abmessungen der LR 1600/2, bietet jedoch deutlich höhere Traglasten. Gleichzeitig können zahlreiche Komponenten beider Baureihen gemeinsam genutzt werden.

Die Grundmaschine wurde statisch neu entwickelt und erreicht laut Hersteller bis zu 15 Prozent höhere Traglasten. Für den Baustelleneinsatz wurden die Raupenträger besonders robust ausgeführt, die Laufrollen vergrößert und ein Vierfach-Antrieb des Fahrwerks integriert. Mit einer maximalen Traglast von 700 Tonnen, Hubhöhen von bis zu 196 Metern und Ausladungen von bis zu 160 Metern gehört die LR 1700-1.0 heute zu den etablierten Großgeräten im Brückenbau, bei Windenergieprojekten sowie bei schweren Industrie- und Infrastrukturmontagen.

Die dritte LR 1700-1.0 von HKV wurde dabei bewusst in den Unternehmensfarben gestaltet. Das HKV-Gelb unterscheidet sich deutlich vom klassischen Liebherr-Farbton. Die grün lackierten Raupenträger greifen zusätzlich die Unternehmensfarben auf und sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert auf der Baustelle.


Sichtbarkeit ist längst ein Wettbewerbsfaktor

Das Rheinland gehört zu den Regionen Deutschlands, in denen sich die Kranbranche auf engem Raum konzentriert. Zwischen Köln, Leverkusen, Bonn und dem Ruhrgebiet sind zahlreiche Anbieter aktiv. Der Wettbewerb findet nicht nur auf Baustellen statt. Er findet ebenso bei der Gewinnung von Fachkräften, bei Großprojekten, bei Rahmenverträgen und bei der Wahrnehmung im Markt statt.

In diesem Umfeld fällt auf, dass HKV derzeit nicht nur investiert, sondern die Entwicklung des Unternehmens konsequent sichtbar macht. Projekte werden gezeigt, neue Technik erklärt, Partner genannt und Mitarbeiter einbezogen. Das mag selbstverständlich klingen. In der Praxis ist es das jedoch keineswegs. Viele Unternehmen verfügen über beeindruckende Technik, bleiben nach außen aber erstaunlich zurückhaltend.

Die dritte LR 1700-1.0 steht deshalb stellvertretend für mehr als einen Neuzugang im Fuhrpark. Sie wirkt wie ein weiterer Baustein einer langfristigen Entwicklung. Wer innerhalb weniger Jahre drei Krane dieser Größenklasse in den Bestand aufnimmt, baut nicht nur Kapazität auf. Er formuliert einen Anspruch an die eigene Marktposition.

Die Unternehmerfamilie hinter HKV

Yvonne Skalsky gehört zur Unternehmerfamilie, die HKV an den Standorten im Rheinland führt.

HKV Schmitz + Partner GmbH wird von der Familie Schmitz geführt. Die Verantwortung verteilt sich dabei auf mehrere Schultern und unterschiedliche Aufgabenbereiche.

Yvonne Skalsky: „Innenministerin“, zuständig für den administrativen Teil im Unternehmen, mit den Schwerpunkten Controlling, Rechnungswesen + Personal.

Herbert Schmitz: Er steht den Geschwistern, im Zuge der bereits erfolgten Unternehmensnachfolge auf seine Kinder, im operativen Geschäft zur Seite, und ist in Hoch-Zeiten der Vertreter seiner Kinder.

Michael Schmitz: „Außenminister“, verantwortlich für Kundenbetreuung, Projekte und den gesamten Part der Technik bei HKV.

Die Aufgaben innerhalb der Unternehmerfamilie sind heute klar verteilt. Yvonne Skalsky und Michael Schmitz führen ihre jeweiligen Verantwortungsbereiche eigenständig und treiben die Entwicklung des Unternehmens aktiv voran. Herbert Schmitz steht ihnen dabei weiterhin mit seiner langjährigen Erfahrung zur Seite. Wenn besondere Herausforderungen anstehen, zusätzliche Unterstützung gefragt ist oder einfach ein erfahrener Sparringspartner benötigt wird, ist er zur Stelle. Die operative Verantwortung liegt heute jedoch bei der nächsten Generation. Die Nachfolge ist damit nicht nur vorbereitet, sondern längst gelebter Unternehmensalltag – ein Schritt, vor dem viele Familienunternehmen irgendwann stehen.

Die eigentliche Geschichte beginnt hinter dem Kran

Interessant ist dabei auch die Rolle der Familie selbst.

Als der Entwurf dieses Artikels an einem Samstagabend zur Durchsicht verschickt wurde, blieb es nicht bei einer kurzen Rückmeldung. Die Eltern lasen mit, der Bruder brachte Anmerkungen ein und für die Bildauswahl wurde kurzerhand ein Kranfahrer kontaktiert.

Das mag nebensächlich erscheinen, erzählt aber viel über das Unternehmen selbst.

Plötzlich ging es nicht mehr um Traglasten, Auslegerlängen oder technische Daten. Die Diskussion drehte sich um Mitarbeiter, Arbeitsplätze, Verantwortung und die Frage, wie sich ein Familienunternehmen in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiterentwickeln kann.

Genau dort beginnt die eigentliche Geschichte hinter dem neuen Raupenkran.

Bei den Gesprächen rund um diesen Beitrag fiel ein Gedanke auf, der weit über die Anschaffung eines Raupenkrans hinausgeht.

Viele mittelständische Unternehmen erleben derzeit steigende Anforderungen, längere Genehmigungsverfahren, wachsende Dokumentationspflichten und einen immer anspruchsvolleren Arbeitsmarkt. Während manche Unternehmen auf diese Entwicklung mit Zurückhaltung reagieren, scheint HKV bewusst den entgegengesetzten Weg zu wählen.

Die Investition in eine dritte LR 1700-1.0 ist nicht nur eine Entscheidung für zusätzliche Hubkapazität. Sie ist auch eine Entscheidung für den Standort, für die eigenen Mitarbeiter und für Menschen, die künftig Verantwortung auf diesen Maschinen übernehmen sollen.

Denn hinter jeder Investition stehen nicht nur Traglasten, Auslegerlängen und Projektlisten. Dahinter stehen Unternehmerfamilien, die an die Zukunft ihres Unternehmens glauben und bereit sind, die damit verbundenen Herausforderungen anzunehmen.

Besonders deutlich wurde dies in einer Anmerkung aus der Unternehmerfamilie selbst. Während über den Artikel gesprochen wurde, kam der Wunsch auf, die Mitarbeiter stärker in den Blick zu nehmen. Der Gedanke dahinter war einfach: Viele Unternehmen ziehen sich angesichts wachsender Anforderungen zurück oder verschieben Investitionen. HKV möchte bewusst den anderen Weg gehen.

Diese Haltung lässt sich nicht in Tonnen Traglast messen. Sie zeigt sich in Entscheidungen.

Investitionen in Menschen

Die dritte LR 1700-1.0 bedeutet nicht nur zusätzliche Kapazität. Sie benötigt Menschen, die eine Maschine dieser Größenordnung beherrschen, Projekte vorbereiten und Verantwortung übernehmen – auf der Baustelle ebenso wie in der Disposition und Planung.

Großgeräte dieser Klasse entstehen nicht durch Technik allein. Sie benötigen Erfahrung, Ausbildung und Vertrauen. Genau deshalb sind Investitionen dieser Größenordnung immer auch Investitionen in Menschen.

Kranfahrer Björn von HKV Schmitz vor seiner LR 1700-1.0
Kranfahrer Björn vor der neuen LR 1700-1.0. Großgeräte dieser Klasse benötigen nicht nur Technik, sondern auchMenschen, die sie beherrschen.

Die Quintessenz

Die neue LR 1700-1.0 ist zweifellos ein beeindruckendes Stück Technik.

Noch interessanter erscheint jedoch, wie HKV die Investition nach außen begleitet. In einem dicht besetzten Markt reicht es längst nicht mehr aus, nur leistungsfähig zu sein. Unternehmen müssen ihre Entwicklung sichtbar machen – für Kunden, Mitarbeiter, Partner und den eigenen Nachwuchs.

Die Familie Schmitz/Skalsky scheint genau das verstanden zu haben.

Die Geschichte dieses Artikels beginnt mit einem Raupenkran. Sie endet bei Menschen, Verantwortung und dem Mut, trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen weiter nach vorne zu investieren.

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Bildquellen:
HKV Schmitz + Partner

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