von Silvia Florentine Rybka
Ein Rückblick auf den Vortrag von Martin Schöpper (Landesbetrieb Straßenbau NRW) beim StTbV-Experten-Event der Sommer-Akademie
Es war einer dieser Vorträge, bei denen man merkt: Da steht jemand vorn, der nicht nur seinen Job macht – sondern ihn lebt. Martin Schöpper, Sachgebietsleiter Großraum- und Schwertransporte beim Landesbetrieb Straßenbau NRW in Gelsenkirchen, erläuterte mit Fachkenntnis und feinem Humor die vielfältigen Zuständigkeiten seines Bereichs – und wie komplex das Anhörverfahren bei Schwertransporten tatsächlich ist.
Zwischen § 29 Abs. 3 und § 46 Abs. 1 Nr. 5 StVO, Baustellenkoordination und Brückenstatik spannte sich ein weiter Bogen, den Schöpper mit anschaulichen Praxisbeispielen und Bildern aus dem Alltag füllte. Man spürte: Hier steht jemand, der weiß, wovon er spricht – nicht nur aus der Akte, sondern von der Straße.
Straßen.NRW ist als Baulastträger zuständig für
- rund 6 423 Brücken und 13 063 Kilometer Landesstraße in NRW
- nahezu 100 % aller Anträge für Großraum- und Schwertransporte über VEMAGS
- NRW führte 2024 mit 22 % aller bundesweiten Bescheide
- Schwerpunkte: Baustellen-, Breiten-, Höhen- und Statikprüfungen
Besonders interessant: Schöpper zeigte den Teilnehmern des Sommer-Experten-Events auf, wie das Sachgebiet mit modernen Werkzeugen wie dem GST-Viewer der AdB, Verkehr.NRW oder AGNES arbeitet – um schnell auf Baustellen, Sperrungen oder lastbeschränkte Bauwerke reagieren zu können.

Aufgaben Straßen.NRW
- Wahrnehmung der Rolle des Baulastträgers im Anhörverfahren zum Schutz der Infrastruktur – durch einzelfallbezogene Prüfungen
- Baustellenprüfung: Beurteilung von Engstellen und temporären Einschränkungen
- Breitenprüfung: Vergleich der Transportbreite mit der Baustellengeometrie
- Höhenprüfung: Kontrolle der Durchfahrtshöhen unter Bauwerken
- Statikprüfung: Bewertung aller Bauwerke im Fahrtweg
- Grundlage: bundesweit einheitlicher Rechenkern für alle Statikprüfungen
Und weil Theorie bekanntlich erst durch Praxis lebendig wird, erzählte Schöpper auch die eine oder andere Anekdote – mit trockenem Humor und feiner Beobachtungsgabe.

So etwa der Fall eines Schwertransports, der sich auf einer 12 %-Gefällestrecke im Zuge der Landesstraße 915 bei Löllinghausen festgefahren hat. Bei der Brücke „Kleine Henne“ ließ schon die 90-Grad-Zufahrt erkennen, dass das nichts werden würde – und genau so kam es auch. Das Gespann saß fest, nichts ging mehr. Die breite Einfahrt eines landwirtschaftlichen Gehöfts wurde beim Versuch, und anschließend auch bei der „Entzerrung“ mit einbezogen, um den Zug zumindest wieder in Position zu bringen. Nur der Bauer war – wenig überraschend – alles andere als begeistert. Verständlich: Es war nicht das erste Mal, dass ein solcher Koloss auf seinen Torbereich zum Hof rollte – und für solche Gewichte war die Zufahrt schlicht nicht ausgelegt.
„Ein Beispiel, das zeigt, wie eng Theorie und Praxis beieinanderliegen – und warum klare Fahrwegprüfungen so wichtig sind.“
Martin Schöpper, Straßen.NRW

Ein Beispiel, das Schöpper mit einem Schmunzeln präsentierte – und das sehr deutlich zeigt, warum das Anhörverfahren, Statikprüfungen und die Rolle des Baulastträgers so entscheidend sind.

Auch die neuen Konzepte wie die Schwerlastroute Südwestfalen oder die Erfahrungen mit Mikrokorridoren in Dortmund kamen zur Sprache – gute Beispiele dafür, wie Praxisnähe, Planung und Ingenieurskunst ineinandergreifen.
Fazit
Ein Vortrag, der weit über Paragrafen und Verfahren hinausging. Er zeigte, wie viel Verantwortungsbewusstsein, technisches Know-how und Abstimmung nötig sind, um Schwertransporte sicher durch Nordrhein-Westfalen zu führen – und dass Humor manchmal die beste Brücke ist, um komplexe Themen verständlich zu machen.
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