Ich sage „Dankeschön“ für die Fotos und für das Interview mit Thorge Clever von Kübler. Es ging ein wenig hin und her zwischen Mr. Schwerlast und mir, und es sind interessante Details „herübergekommen“.

SL-T
Die ganze Aktion wurde durch die Kübler Spedition komplett durchgeführt, meint: Von Eckernförde und Kiel über den Nord-Ostsee-Kanal, und dann die Waal resp. den Rhein entlang bis zum Naturhafen Speyer. Und dann ging es los: Die U-17 musste vom Schiff…. Und zumindest auf den Weg gebracht werden zum Technikmuseum Sinsheim-Speyer.

SL-T
Wer ist denn der Mann mit dem Goldhelm?
Thorge
Es handelt sich um einen Mitarbeiter des Technikmuseums. Die Mitarbeiter vom Museum haben uns tatkräftig unterstützt, und waren mit der gesamten Mannschaft immer mit dabei.
Ganze 2 1/2 Tage brauchte es, um das U-Boot auf 1,40 m anzuheben, damit der Plattformwagen darunter fahren konnte.
SL-T
Wie habt ihr denn das U-Boot vom Schiff gekriegt? Und: Ich hatte gesehen, dass zwei Sattelzugmaschinen mit transportiert wurden.
Thorge
Mit vier Schwerlastzugmaschinen haben wir den 30-achsigen Plattformwagen ins Museum gezogen. Zuvor wurde das U-Boot von uns auf dem Ponton um 1,40 m angehoben, und der 30-Achser darunter gefahren. Scholpp hat den Kran bereitgestellt, der die Rampenteile verlegt hat. Dann konnte der Gesamtzug mit fast 700 t Gewicht langsam über eine Rampe an Land fahren. Den ganzen Samstag hat das Team benötigt, um das U-Boot auf den Hänger zu setzen, und mit dem Anhänger an Land zu rollen.
Das Heben geschah mit Hydraulikhebern von Kübler. Eine schwere Handarbeit. Die Mannschaften von Kübler und dem Museum haben dazu Hand in Hand gemeinsam die 140 cm nach oben „gekämpft“.
Am Mittwoch bis Freitag haben Museum und Kübler zweieinhalb Tage benötigt, bis das Boot die 140 cm nach oben geklettert war.

Dazu Thorge
Die drei sind von der Pontonbesatzung. Während wir vom Ponton rollen, verlagert sich das Gewicht nach vorne, und der Ponton würde absinken. Die Besatzung setzt dann Pumpen an, und verlagert entgegen unserer Fahrtrichtung Wasser in den Ballasttanks, trimmt also den Ponton, während wir darauf fahren.

6 Stunden für 4 km
SL-T
Wie lange war der Transport denn unterwegs?
Thorge
Am Sonntag ging es bei herrlichem Wetter und tausenden Schaulustigen die letzten 4 km bis zum Museum. Für diese Strecke wurden 6 Stunden benötigt, weil es aufgrund der Absicherung nur im Schritttempo vorranging, und mehrere enge Abbiegungen zu meistern waren.

SL-T
Das Foto vom Team ist ja toll! Waren das alle, die dabei waren? Dann zähle ich mal die Köpfe meiner Lieben, sozusagen *grins*
Thorge
Das waren die engsten Beteiligten. Insgesamt waren es doppelt so viele bzw. sogar deutlich mehr!
Es war ein tolles Team! Es waren sogar einige Fahrer von uns dabei, die bei diesem Transport zu Fuss mitgegangen sind, und die den Anhänger überwacht und bedient haben.

Thorge
Die Polizei war aus mehreren Einheiten zusammengesetzt. Verkehrsdienst, Einsatzkräfte, die auf Kommunikation mit größeren Versammlungen geschult sind usw. Ich meine, es waren ca. 60 Polizisten, 80 THW-Leute und 20 Feuerwehrleute dabei. Dazu noch Ordnungsamt und Sanitäter.
Eine Begleitung mit BF3-4 Fahrzeugen hat nicht stattgefunden. Die gesamte Strecke war mit Verkehrszeichen, wie eine Baustelle voll, gesperrt. Wir sind somit im abgesperrten, nicht öffentlichen Verkehrsraum unterwegs gewesen. Die Absicherung galt nur den Schaulustigen. Die blauen BF3 sind von uns, waren aber Servicewagen für Getränke und Gepäck.

Thorge
Die beiden Transportsättel wurden von einem Stahlbaubetrieb gebaut. Sie müssen den Rumpf halten, und auch Ansatzpunkte zum Heben mit Hydraulikhebern haben. Verzurrt wurde mit normalen Ketten und Kettenspannern. Durch die Verwendung von rutschhemmendem Material wurde die meiste Kraft bereits abgeführt.
SL-T
Waren ständig zwei Zugmaschinen vor bzw hinter der U-17 im Einsatz? Oder nur bei Steigungen?
Thorge
Das haben wir so gemacht, um das Material zu schonen. So verteilen sich beim Anfahren und Schalten die Kräfte auf mehrere Zugmaschinen.
SLT
Als das Schubschiff mit dem Ponton angelandet ist im Naturhafen (Anm.: Dort gibt es keinen klassischen Anleger), wurde da an Land eine Schiene befestigt, in welche eine Rampe „eingehakt“ wurde, damit eine solide Steifigkeit im Übergang entsteht?
Thorge
Der Ponton wurde an provisorischen Festpunkten angebunden. Dazu wurden Ballastklötze durch Krane in die Wiese gelegt. Die Rampenteile sind nur am Ponton fest eingeklinkt. An Land liegen sie auf einem losen Querträger auf.
SL-T
Die Motorisierung der SZM (Sattelzugmaschine), kannst du dazu noch etwas sagen?
Thorge
Die stärkste Zugmaschine war der MAN mit 680 PS. (O.k., war jetzt ein bisschen mager, mein Lieber… 🙂 )

Thorge
Wir haben aus div. 2, 3, 4 und 5-achsern zwei 15-achser gebaut. Diese wurden dann in Speyer zum 30-Achser zusammengebaut. Marke: Scheuerle, Typ Intercombi. Das ist der kräftigste und stabilste Plattformwagen in dieser Gewichtsklasse auf dem Markt.
SL-T
Noch eine letzte Frage, weil ich immer die Vorstellung habe: Jetzt fällt die Ladung ins Wasser, weil sich der Ponton plötzlich bewegt. Meint: Bestand nicht die Gefahr, dass sich der Ponton bewegte, und somit auch die Rampe?
Thorge
In dem Altrheinarm gab es keine Strömung, weshalb keine Gefahr bestand, und wir somit ohne Sorge von Bord fahren konnten.
Herzlichen Dank an Thorge Clever, KÜBLER Spedition, für diese Information und die Fotos für das Interview.. Die Branche macht nun, davon lebt sie eigentlich, immer sehr spezielle Transporte. Wobei so ein U-Boot zu Wasser und zu Land, quer durch die Repulik zu transportieren, und dann auch gut anzukommen am Ziel, das ist schon sehr besonders. Herzlichen Glückwunsch an all´ jene, die sich engagiert haben, unterstützt haben, und die bei einem schon bemerkenswerten Ereignis live und in Farbe dabei sein durften!
Ergänzend einige gute Fotos von Manfred Haiduk, der da sicher mit einem anderen Blick in Sachen U-17 unterwegs war. Schönen Dank, lieber Manfred!















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Das war alles in allem eine super Aktion, gut durchdacht, interessant und bestimmt nicht gerade Standard
Hallo Edgar,
ersteinmal: Vielen dank nochmals für deine Fotos für den U17-Duisburg-Artikel.
Diese ganze Aktion, also ich fand sie grandioso! Hervorragend vorbereitet, ein gutes Team – und das Wetter spielte auch noch mit. Mir hat es richtig Spaß gemacht, darüber zu schreiben.
Glück Auf in die Nachbarschaft,
Silvia