FELBERMAYR: Inzwischen lese ich gefühlt täglich etwas über das österreichische und himmelblaue Unternehmen (RAL 5015 bitte!) im Netz, sei es, dass es (mal wieder) einen neuen Liebherr-Kran gibt, oder dass sich – sehr nett formuliert übrigens – DORN LIFT der Felbermayr-Gruppe anschließt.
Ich zitiere einmal die eigene Beschreibung dessen, wie Felbermayr sich selbst vorstellt, von deren Homepage, denn diese Zusammenfassung trifft es gut:
„Wir sind ein europaweit kompetenter und leistungsstarker Partner für die Lösung schwierigster Transportprobleme mit Schwergut. Mit insgesamt mehr als 3.000 Mitarbeitern und den Verkehrsträgern Schiene, Straße und Wasser sowie der Vermietung von Kranen, Arbeitsbühnen und Staplern und der Schwermontage, beweisen wir täglich Know-how und Kompetenz.
Industriedienstleister für Transport, Hebetechnik und Bau.
Im Geschäftsfeld Bau wird diese Leistungspalette mit den Bereichen Hochbau, Tiefbau und Spezialtiefbau, dem Wasserbau, der Durchführung von Abbrüchen sowie dem Vertrieb von Kies, bis hin zum Betrieb einer Baurestmassendeponie und umfangreichen Lösungen in der Abfallwirtschaft vervollständigt.“
Der konsolidierte Netto-Umsatz betrug in 2020 circa 637.000.000 €. Sagt erst einmal nicht so viel aus, aber ich äussere jetzt einmal die Vermutung, dass da auch ein entsprechender Gewinn zu verzeichnen ist, den man auch zu einem überwiegenden Teil im Unternehmensverbund belässt. Um nämlich strategische Zukäufe zu tätigen, die das Gesamtangebot solide abrunden.
Solide meint solide:
Der Großvater des heutigen Firmenchefs Horst Felbermayr gründete 1942 sein Unternehmen mit nur wenigen Fahrzeugen, und man wuchs in die Branche(n) hinein: In den 1970er Jahren erfolgte der erste internationale Schwertransport, und man orientierte sich im Baubereich auf Leitungsbau und die zugehörigen Erdarbeiten. Es kamen Kiesgruben dazu. Und Kiesgruben, das sei einmal deutlich gesagt, sind (fast) eine Lizenz zum Geldrucken.
In den 1990ern hat Horst Felbermayr senior klare Weichen gestellt, im wahrsten Sinne des Wortes: Die Gründung des Bereichs Internationale Tieflader-Bahntransporte kam hinzu. Damit konnte trimodal angeboten werden, ein großer Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen. Abgerundet wurde dieses Angebot durch den Zukauf des Schwerlasthafens in Linz. Dieser liegt gerade einmal 1,3 km von der Mündung der Traun in die Donau entfernt. Hier ist der Schwerlasthafen angesiedelt, ausgestattet mit einem Schienennetz, vielen Lagerhallen und freiem Lagerplatz. Auch die Bereiche Transport und Hebetechnik Felbermayr sind hier vertreten.

Inzwischen hat Sohn Horst, gemeinsam mit Ehefrau Andrea, das Szepter des Unternehmens übernommen, und hat, Zitat, die Eigenschaft „unternehmerischer Bescheidenheit“ von seinem Vater übernommen.
HAGEDORN könnte man für Deutschland als ein vergleichbares Unternehmen heranziehen, gibt es dort doch eine ähnliche Entwicklung wie bei Felbermayr.
Was verbindet eigentlich Felbermayr & Hagedorn?
Für mich ist ist es einfach, diese beiden Unternehmen zu vergleichen: Beides sind inhabergeführte Unternehmen, breit aufgestellt, und die Unternehmer haben eine Nase für´s Geschäft. Und das ist nicht nur, wie in der Politik so üblich, der kurzfristige Erfolg bis zur nächsten Wahl, sondern das strategische Vorausdenken.
Und das strategische Vorausdenken, das passt bei den Felbermayrs auf jeden Fall. So wurde vor kurzem bekannt, dass man das Portfolio um das in Lauterach in Vorarlberg ansässige Unternehmen Dorn Lift erweitert. Passt auch zu dem, was mir Holger Kunz, NL-Leiter in Krefeld in unserem Interview im Schwerlast-Hafen Krefeld sagte: „Wir wollen und werden uns um die Bereiche Arbeitsbühnen, Stapler + Mini-Krane erweitern. Bei uns kann man dieses Equipment auch mieten.“
DORN LIFT ist ein klassischer kleiner Arbeitsbühnenhändler und –vermieter. Ein Unternehmen mit gerade einmal 24 Mitarbeitern in die Holding einzugliedern zeigt für mich, dass da jemand den Blick hat, und sich auch noch die regionalen Rosinen aus einem Kuchen herauspickt. Der Firmenname sowie der Standort in Lauterach in Vorarlberg bleiben bestehen, und es geht – gut so! – reibungslos für Kunden und Mitarbeiter weiter.

„Besonders freut es uns, mit diesem Zusammenschluss zwei Familienunternehmen zusammengebracht zu haben“, so Horst Felbermayr. Und Evelyn Dorn freute sich: „Wir kennen das Unternehmen Felbermayr seit vielen Jahren, und kennen dessen auf Vertrauen basierende Unternehmensphilosophie. Deshalb sind wir überzeugt, dass unsere Mitarbeitenden auch in Zukunft einen sicheren und wertschätzenden Arbeitsplatz haben.“ Es sollen weitere Mitarbeiter für die verschiedenen Bereiche dazukommen, und die Teams sollen erweitert werden.
Somit kann Felbermayr den Marktanteil bei Arbeitsbühnen-Vermietungen weiter ausbauen, auch auf der Basis, dass DORN LIFT Generalimporteur von Hinowa Raupen-Arbeitsbühnen für Österreich und Deutschland ist. Und in Deutschland ist Felbermayr ja nun auch auf dem Vormarsch in Sachen Arbeitsbühnen:

Felbermayr Mietpark Krefeld/Silvia Rybka
Wie sagte Horst Felbermayr so schön? „Dorn Lift hat für Felbermayr einen sehr hohen Stellenwert: Durch die Übernahmen können wir unser Auftragsvolumen bei Bühnenvermietung in Vorarlberg mehr als verdoppeln. Ebenfalls äußerst interessant ist für uns auch das Segment des Arbeitsbühnenhandels. Hier sehen wir sehr viele Synergien und Möglichkeiten, speziell aufgrund des engmaschigen Netzes an Niederlassungen der Felbermayr-Gruppe.“ Und man bedient sich der Vorteile eines wendigen kleinen Unternehmens. Denn: Felbermayr, auch wenn es inhabergeführt ist, hat über die Jahre aufgebaute Strukturen, die es zu beachten gilt. Ist sozusagen ein großer Tanker. Und so ein „kleiner“ Dorn Lift, der ist wie ein Schnellboot im Markt unterwegs.
Ich bin gespannt, wen wir demnächst in der Felbermayr-Palette aus dem Bereich Stapler, Arbeitsbühnen + Mini-Krane wiedersehen werden. Die Einkaufstour dürfte noch nicht zu Ende sein.
Factbox „Dorn Lift GmbH“
| Geschäftsbereich: | Handel, Vermietung und technischer Service von Arbeitsbühnen |
| Gründungsjahr: | 1973 (Malerbetrieb) bzw. 1995 |
| Eigentümer*innen: | vor der Übernahme: Alexander Dorn, Geschäftsführer (75 %), Anneliese Dorn (25 %) |
| Standort: | Lauterach (Vbg.), Unterer Schützenweg 2 |
| Geschäftsführer: | Alexander Dorn, Evelyn Dorn |
| Umsatz | Dorn Lift: 15 Mio. Euro (2022), Felbermayr-Gruppe: 552 Mio. Euro (2021) |
| Mitarbeitende 2023: | Dorn Lift: 24 (Österreich), Felbermayr-Gruppe: mehr als 3.000 (Europa) |
Wer mehr dazu wissen möchte, dem sei ein KLICK auf die Felbermayr-Homepage empfohlen.
Alle Fotos: Dorn Lift/Fotostudio Feldberg bzw. Felbermayr. Meinen eigenen Fotos sind entsprechend gekennzeichnet.
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