Gebrochener Transport

Gebrochener Transport verbindet mehrere Verkehrsträger: Hier treffen Schwertransport, Mobilkran und Binnenschiff an der Umschlagstelle aufeinander.
Foto: Viktor Baumann GmbH & Co.KG


Ein gebrochener Transport liegt vor, wenn ein Transport nicht vollständig mit nur einem Verkehrsträger durchgeführt wird, sondern zwischen mehreren Verkehrsträgern wechselt.

Im Großraum- und Schwertransport bedeutet das meist: Der Hauptlauf erfolgt auf der Schiene oder auf dem Wasser, während Vorlauf und/oder Nachlauf über die Straße abgewickelt werden.

Typische Transportkette:
Vorlauf Straße → Umschlag → Hauptlauf Schiene oder Wasser → Umschlag → Nachlauf Straße

Warum gebrochene Transporte eingesetzt werden

Gebrochene Transporte ermöglichen es, besonders schwere, große oder sperrige Güter über längere Strecken auf Verkehrsträgern zu bewegen, die dafür besser geeignet sein können als die Straße. Das betrifft insbesondere Bahn und Wasserstraße.

Die Straße übernimmt dabei häufig nur die Verbindung vom Ausgangspunkt bis zum Terminal, Hafen oder Umschlagplatz sowie vom dortigen Endpunkt bis zum endgültigen Ziel.

Entscheidend für die Planung ist deshalb nicht nur der Hauptlauf selbst. Auch geeignete Umschlagpunkte, verfügbare Hebe- und Verladetechnik sowie die genehmigungsfähigen Straßenstrecken für Vor- und Nachlauf müssen frühzeitig berücksichtigt werden.

Regelung in der RGST 2026

Die RGST 2026 regelt den gebrochenen Transport ausdrücklich. Erfolgt der Hauptlauf auf Schiene oder Wasser und finden Vorlauf und/oder Nachlauf auf der Straße statt, sind Erlaubnisse oder Genehmigungen nach den RGST nur für den auf der Straße durchgeführten Teil des Transports erforderlich.

Ist lediglich ein Vorlauf oder lediglich ein Nachlauf auf der Straße vorgesehen, ergeben sich für Antragstellung und Bearbeitung grundsätzlich keine Besonderheiten.

Finden dagegen sowohl Vorlauf als auch Nachlauf auf der Straße statt, sind grundsätzlich gesonderte Anträge zu stellen. Entsprechend ergehen auch gesonderte Bescheide. Die zuständige Behörde und die Gebühren werden für jeden Antrag getrennt bestimmt.

Die RGST empfiehlt jedoch, die Anträge für Vorlauf und Nachlauf gleichzeitig zu stellen und kenntlich zu machen, dass es sich um zusammengehörige Anträge im Rahmen eines gebrochenen Transports handelt.

Wünscht der Antragsteller einen einheitlichen Ansprechpartner, empfiehlt die RGST außerdem, beide Anträge bei der aufgrund des Sitzes oder der Zweigniederlassung zuständigen EGB einzureichen. Diese soll die Bearbeitung der beiden Anträge möglichst aufeinander abstimmen.

Bei streckenbezogenen Dauererlaubnissen kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine gemeinsame Beantragung von Vor- und Nachlauf möglich sein.

Bedeutung in der Praxis

Gebrochene Transporte sind besonders in der Projektlogistik von Bedeutung. Ein typisches Beispiel ist eine schwere Anlagenkomponente, die zunächst per Schwertransport von einem Werk zu einem Binnenhafen gebracht, dort auf ein Schiff umgeschlagen und nach dem Hauptlauf erneut auf einen Straßentransport verladen wird.

Damit besteht ein gebrochener Transport nicht einfach aus mehreren einzelnen Transporten. Die einzelnen Abschnitte gehören organisatorisch und logistisch zu einer gemeinsamen Transportkette und müssen entsprechend aufeinander abgestimmt werden.

Abgrenzung: Der Begriff „gebrochener Transport“ beschreibt die gesamte Transportkette mit Wechsel des Verkehrsträgers. Vorlauf, Hauptlauf, Nachlauf und Umschlag bezeichnen dagegen die einzelnen Abschnitte beziehungsweise Schnittstellen dieser Kette.

Verknüpfte Begriffe: Vorlauf · Nachlauf · Hauptlauf · Umschlag · Schiene · Binnenschiff · Schwergutterminal · Genehmigungsverfahren · Mikrokorridore (GST)

Stand: September 2026