A45: Brunsbecke-Brücke – die nächste Vollsperrung im Anmarsch?
Lage: Talbrücke Brunsbecke, A45, vor der Anschlussstelle Hagen-Süd
Baujahr: Ende der 1960er Jahre – nahezu baugleich mit der inzwischen gesperrten und abgerissenen Rahmedetalbrücke.
Konstruktion: Einteilige Spannbetonbrücke – heute als Risikobauwerk eingestuft.
Brückenprüfung: Ergebnisse der letzten Hauptprüfung liegen seit Monaten vor, werden aber unter Verschluss gehalten.
Verkehrsbelastung: Seit Jahren stark beansprucht durch Umleitungen, Schwertransporte und Dauerverkehr.
Neubau: Zwar offiziell angekündigt, dann aber direkt nach dem Spatenstich verschoben.
Gefahr: Sollte die Brücke die steigenden Verkehrszahlen nach Wiederfreigabe der A45 nicht aushalten, droht eine weitere Vollsperrung – diesmal zwischen Lüdenscheid-Nord und Hagen-Süd.
Gastautor Christian Miß warnt: Ohne schnelle und transparente Entscheidungen könnte die Brunsbecke-Brücke zur nächsten Katastrophe für Pendler, Anwohner und die Logistik werden.
Gastbeitrag von Christian Miß
Bei aller Freude hinsichtlich des Baufortschritts auf der A45 Rahmedetalbrücke und der Talbrücke Sterbecke, stelle ich mir ein paar Fragen:
Wenn die A45 wieder für den Verkehr freigegeben wird, werden auch wieder alle Lkw die A45 nutzen. Die Verkehrszahlen werden wieder auf das „normale“ Niveau ansteigen.
Dann haben wir da vor der Anschlussstelle Hagen-Süd noch die Talbrücke Brunsbecke, deren Neubau ja direkt nach dem Spatenstich verschoben wurde. Bekanntlich handelt es sich um die Schwesterbrücke der Rahmedetalbrücke mit den mutmaßlich gleichen Schäden. Das Ergebnis der letzten Brückenprüfung wird seit Monaten unter Verschluss gehalten.

Wenn nunmehr der wieder angestiegene Verkehr über diese Brücke rollt, wird sie diesem Verkehr überhaupt standhalten? Und wenn ja, wie lange noch?
Die Brücke ist einteilig und müsst eigentlich vor Neubau beseitigt werden.
Das sind zwei gute Gründe, dass wir eine weitere Vollsperrung der A45 erwarten können, nur diesmal zwischen AS Lüdenscheid-Nord und AS Hagen-Süd. Ich mutmaße, dass dies genau so geschehen wird.
Dann muss der Verkehr über Heedfeld, die B54 und den Volmeabstieg umgeleitet werden. Auch alles Bereiche, wo sich Anlieger auf eine Freigabe der A45 freuen und auf die wohlverdiente Entlastung hoffen.
Da der gesamte Schwerstverkehr bereits seit 2018 über insbesondere den Volmeabstieg geleitet wird, ist hier die Brücke eigentlich auch schon fertig. Festes Anzeichen dafür sind die vielen Auflagen bis hin zu Gegenverkehrssperrung, die die Schwertranporte bei Überfahrt erfüllen müssen. Das sind Erhaltungsmaß. nahmen, um die Haltbarkeit der Brücke hinauszuzögern.
Wie lange wird diese Brücke dem mutmaßlichen Maximalverkehr noch standhalten?
Fragen über Fragen, die mich insgesamt zweifeln lassen, ob die Versprechungen – hinsichtlich höchster Priorität – aus den Verkehrsministerien ernstgemeint sind oder ob einfach nur Ahnungslosigkeit oder womöglich sogar Ignoranz vorherrscht.
Fazit
Ein paar Leute sollten aus meiner Sicht anfangen, die richtigen Fragen zu stellen.
Ich hoffe, dass ich absolut Unrecht habe. Leider fehlt mir dafür die Vorstellungskraft.
Aber sagt hinterher nicht, es hätte niemand gewarnt.

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Fotos:ChristianMiß
