Getriebe für Brasilien – eine Felbermayr-Reise mit Tiefe, Technik und Teamgeist
Derzeit wird der Schwertransport noch immer durchgeführt – in mehreren Etappen.
Gestartet in Hilchenbach, soll ein großes Getriebe nach Brasilien. Der Weg führt über Andernach, wo das gute Stück per Schiff weiter nach Antwerpen gebracht wird.
Hinter dem Projekt steckt ein eingespieltes Team: Fahrer, Begleitfahrzeuge, Demontageteam, Polizei – alle greifen präzise ineinander. Was auf der Straße wirkt wie ein ruhiger Konvoi, ist in Wahrheit das Ergebnis sorgfältiger Planung und klarer Kommunikation. Die erste Nacht liegt bereits hinter ihnen, 54 Kilometer geschafft. Und Montag Nacht geht’s weiter – Richtung Hafen.
Ein 93-Tonnen-Getriebe für Brasilien ist auf dem Weg: 6,5 Meter lang, 4,3 Meter breit, 4,6 Meter hoch. Der komplette Transport bringt es auf 155 Tonnen Gesamtgewicht, verteilt auf 28,5 Meter Länge und 5,6 Meter Transporthöhe. Durchgeführt wird der Transport von einem Felbermayr-Schwerlast-Team (Begleiter, Monteure), und Holger, Bruder der Chronistin ist, als Fahrer des Gespanns einer der Akteure.

Der komplette Transport brachte es auf ein Gesamtgewicht von 155 Tonnen bei 28,5 Metern Länge und einer Transporthöhe von 5,6 Metern. Startpunkt war Hilchenbach im Siegerland – das Ziel: der Hafen Andernach. Von dort aus ging es per Binnenschiff weiter nach Antwerpen, und schließlich über den Atlantik.
Gefahren wurde mit einem MAN TGX 41.640, der zu den Schwerlast-Zugmaschinen der 640-PS-Klasse zählt. Der 4-Achser ist speziell auf den Transport von besonders schweren Lasten ausgelegt – mit einem zulässigen Gesamtzuggewicht von bis zu 250 Tonnen (je nach Auslegung und Streckenführung).
Besonders spannend: Eingesetzt wurde eine gesattelte Schwanenhals-Kombination mit 12 Achslinien vom Typ Goldhofer THP/UT. Diese modulare Schwerlastlösung verbindet hohe Tragkraft mit besonders niedriger Bauhöhe. Durch die Sattelkupplung übernimmt die Zugmaschine einen Teil der Last – das verbessert die Achslastverteilung und bringt Vorteile bei der Genehmigungsplanung, gerade bei längeren Distanzen. Die THP/UT-Achslinien („UT“ steht für Ultra-Tief) erlauben dabei maximale Ladehöhe bei minimalem Aufbau – ideal für den internationalen Transport besonders hoher oder empfindlicher Komponenten.
Ein klassischer Fall von: Präzision auf Rädern
Begleitet wird der Transport u.a. von David, einem der felbermayreigenen BF-Fahrer. Insgesamt sind acht Fahrzeuge im Einsatz: Neben Zugmaschine und Nachläufer gehören Hubsteiger, Demontageteam, Begleitfahrzeuge und Polizei (ab Rheinland-Pfalz) zur Kolonne.
Denn bei 5,60 Metern Höhe geht’s nicht ohne
Ampeln mussten gedreht, Lampen abgebaut werden, der Hubsteiger wurde auch zum Entfernen von Ästen und dem Anheben von Telefonleitungen eingesetzt. Ein Transport dieser Dimension ist fast schon ein fahrender Eingriff ins Straßenbild.
In der ersten Nacht konnten 54 Kilometer zurückgelegt werden – inklusive Überquerung der Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz. Nun wartet das Felbermayr-Team auf den nächsten Genehmigungszeitraum, damit es Montagnacht weiter Richtung Hafen Andernach geht.
Ein Transport, der zeigt: Ohne Präzision, Erfahrung – und eine gute Tasse Kaffee zwischendurch – läuft hier gar nichts.
Info: Felbermayr Deutschland
Felbermayr zählt europaweit zu den Schwerlast-Spezialisten. In Deutschland wird das Unternehmen vertreten durch die Niederlassung Krefeld, unter der Leitung von Holger Kunze – direkt im Schwerlasthafen gelegen. Hier treffen Know-how, kurze Wege und starker Fuhrpark aufeinander.

Was von außen wie ein ruhiger Konvoi mit Blaulicht wirkt, ist in Wahrheit ein präzise abgestimmtes Zusammenspiel aus Streckenplanung, Genehmigungsmanagement, technischer Ausstattung und Erfahrung im Team. Denn unterwegs waren in NRW insgesamt acht Fahrzeuge:
1 x BF3 hinten. Das eigentliche Gespann. 3 x BF 4 dahinter. Ein Hubsteiger-Fahrzeug. Zwei Montagewagen für bereits beschriebene Tätigkeiten rund um das „Freiräumen“. Und natürlich: Ein Fahrzeug mit Koordinator und Helfer.
Fazit
Bei Transporthöhen von 5,60 Metern genügt es nicht, nur die richtige Technik zu stellen – es braucht Menschen, die sich mit jeder Kreuzung, jeder Brücke und jedem Handgriff auskennen.
So wird aus Schwertransport wirkliche Leistung – auf der Straße, im Dialog mit Behörden, und dies mitten in der Nacht.

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Fotos: Holger Rybka

Eine tolle Reportage, da merkt man, dass nicht nur der Bruder der Chronistin (der Kraftfahrer dieses Transports mit jahrzehntelanger Erfahrung im Schwertransport) sondern auch die Chronistin vom Schwerlast-Virus infiziert sind! Und in den meisten Fällen ist diese „Infektion“, wie beim Schreiber dieses Kommentars, unheilbar!
Danke,
lieber Michael! Ja, das ist so eine Sache mit dem Virus – ich vermute mal, Holger hat mich angesteckt, als ich mal nicht aufgepasst habe 😉
Herzliche Grüsse,
auch vom Holger