Rasierspiegel? Nicht nötig im LIEBHERR LTM 1110-5.2

Neue Assistenzsysteme im Liebherr LTM 1110-5.2

Ich erinnere mich noch gut an die Einführung des ersten Fahrassistenzsystems bei Mercedes-Benz – das war 1996 beim Actros mit dem „Telligent“-System. Und als dann etwa zwei Jahrzehnte später die ersten spiegellosen Lkw kamen, war die Aufregung erneut groß: 2018 präsentierte Mercedes auf der IAA die sogenannte „MirrorCam“ – Kameras statt Außenspiegel. Die Serienauslieferung startete Ende des Jahres. Ich sah damals einen Fahrer, der sich zur Sicherheit einen Rasierspiegel ins Cockpit klebte – weil er „dem Braten nicht traute“.

Heute? Da gehört digitale Rundumsicht zum Standard. Und nun auch im Bereich der Mobilkrane: Mit dem LTM 1110-5.2 bringt Liebherr nicht nur einen leistungsstarken Fünfachser auf den Markt, sondern auch ein ganzes Paket an Fahrerassistenzsystemen, die dem Fahrer nicht nur Arbeit abnehmen – sondern reale Sicherheit bieten. Besonders ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer profitieren, denn auch ein Mobilkran muss durch den Straßenverkehr zum anvisierten Ziel kommen.

Visualisierung eines Liebherr Kranfahrzeugs im urbanen Straßenverkehr, das mit verschiedenen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet ist. Der Kran ist in Bewegung und überwacht die Umgebung, einschließlich Radfahrer und Fußgänger, um Sicherheit zu gewährleisten.



Der Kran selbst ist ein Paradebeispiel moderner Mobilität im Schwerlastbereich: kraftvoll, kompakt, effizient – und bereit für die digitale Zukunft. Die LICCON3-Steuerung, der 60 Meter lange Teleskopausleger und variable Achslasten machen ihn vielseitig einsetzbar.

Technische Daten des LTM 1110-5.2

Technische SpezifikationWert
Max. Tragkraft110 t
Teleskopausleger60 m
Max. Hubhöhe91 m (mit Auslegerverlängerung)
Max. Ausladung66 m
Achszahl5
AntriebAllrad
Länge Fahrzustand13,2 m
Motorleistung400 kW (Mercedes-Benz)
Abstützbasis8,9 m x 7,6 m


Doch das eigentliche Novum sind: Drei Assistenzsysteme, die dem Fahrer bei seiner Arbeit den Rücken freihalten – MOIS, BSIS und REIS.

Detailaufnahme einer Kamera, die an der Scheibe eines Liebherr Kranfahrzeugs montiert ist.
MOIS erkennt, wenn sich Personen direkt vor dem Kran befinden. Zwei Kameras erfassen den Frontbereich und warnen optisch und akustisch – direkt im digitalen Cockpit.

Detailaufnahme von einem Liebherr Mobilkran mit Fahrerassistenzsystemen, inklusive Warnzeichen für Feuer und Erste Hilfe auf der Fahrzeugseite.
BSIS überwacht den kompletten Seitenbereich über sogenannte Kamera-Wings – und schließt damit eine klassische Schwachstelle großer Fahrzeuge.



Und REIS, das Rückfahr-Informationssystem, aktiviert sich automatisch beim Einlegen des Rückwärtsgangs und sichert die Nahzone am Heck ab.

Fahrerassistenzsysteme im Überblick

SystemFunktion
MOIS – Anfahr-InformationssystemWarnt optisch und akustisch, wenn sich Personen direkt vor dem Kran befinden
BSIS – Totwinkel-InformationssystemÜberwacht die komplette Seitenfläche des Krans auf unerkannte Objekte
REIS – Rückfahr-InformationssystemAktiviert sich automatisch beim Rückwärtsfahren zur Überwachung des Heckbereichs
Digitale CockpitanzeigeZeigt Warnungen aus MOIS/BSIS/REIS direkt im Sichtfeld des Fahrers an
Kamera-WingDigitalkameras zur Verbesserung der Rundumsicht und Gefahrenerkennung
Optionale Monitore im FahrerhausErmöglichen bessere Sicht bei Dunkelheit und schlechten Wetterbedingungen


Fazit

Gemeinsam ermöglichen diese Systeme ein deutlich entspannteres, kontrollierteres Fahren und Rangieren. Es sind die kleinen Unterschiede, die im Ernstfall den entscheidenden Unterschied machen.

Fahrassistenzsysteme sind (inzwischen) Technik, die mitdenkt. Deutlich ausgereifter als noch in 2018, wo die MirrorCam für Skepsis und Mißtrauen sorgte.

Mein Dank geht an Liebherr für die Fotos

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