Fahrsicherheitstraining für Lkw-Fahrer – der Nürburgring liegt für STEIL-Kranarbeiten sprichwörtlich „um die Ecke“. Und manchmal ist genau das der richtige Ort, um nicht schneller, sondern sicherer zu werden.
Zwölf Mitarbeitende, sechs eigene Lkw, zwei Fahrer je Fahrzeug – einer davon ein 30-Tonnen-Abschleppwagen. Kein Ausflug, sondern ein bewusst gesetztes Fahrsicherheitstraining im ADAC-Fahrsicherheitszentrum. Ein Modul, das nicht nur angerechnet wird, sondern in der Praxis deutlich mehr liefert als ein klassischer Theorieblock.
„Die Jungs sind sich der Gefahr zum großen Teil bewusst. Das Angebot stand – und die Fahrer kamen auf uns zu“, sagt Daniel Gödert. Für ihn ist das eine Konstellation, die man im Alltag gern sieht: höherer Aufwand, klarer Praxisbezug – und als Modul trotzdem verwertbar.
Interessant ist dabei weniger das Etikett „Training“, sondern die Einstellung dahinter. Wer schwere Fahrzeuge bewegt, lebt von Routine – und weiß gleichzeitig, wie schnell Routine in Grenzsituationen an ihre Grenzen kommt. Genau dort setzt so ein Tag am Ring an.
Grenzsituationen erleben – aber kontrolliert
Aquaplaning. Eis. Rutschfläche. Glatter Beton, Wasser drauf. Dinge, die man nicht simuliert, weil man Nervenkitzel sucht, sondern weil sie in der Realität vorkommen: auf Baustellen, in Windparks, auf Zufahrten oder bei nächtlichen Einsätzen.
Was passiert, wenn das Fahrzeug ausbricht? Wie reagiert der Lkw, wenn ausweichen plötzlich nicht Theorie ist? Und vor allem: Bremse halten – oder lösen? In solchen Momenten ist die natürliche Reaktion nicht automatisch die richtige. Genau das wurde trainiert, erklärt und unter Anleitung eines erfahrenen Trainers praktisch erprobt.
In einer Branche, in der Transporte häufig nachts stattfinden und Einsatzbedingungen selten ideal sind, gewinnt diese Art von Training zusätzliche Relevanz.

Gefahren wurde mit eigenen Fahrzeugen. Unterschiedliche Zugmaschinen, unterschiedliche Charaktere – und mit dem Abschleppwagen ein Fahrzeug, das im Alltag regelmäßig dort unterwegs ist, wo schwierige Bedingungen keine Ausnahme darstellen. Wer bei Schnee und Nässe birgt, braucht keine großen Worte, sondern Handgriffe, die sitzen.
Der Ablauf war strukturiert: Einweisung am Morgen, praktische Übungen, dazwischen Austausch. Und genau hier zeigt sich, wie Teams funktionieren. Erfahrungen werden geteilt, Fragen gestellt, neue Kollegen selbstverständlich integriert. Ein Teilnehmer ist erst seit zwei Monaten im Unternehmen – und war direkt dabei.
Weiterführende Hintergrundinfos zum praxisorientierten Wissen in der Schwerlastbranche finden Sie u. a. in der Kategorie „GUT zu wissen“.
Unternehmen in vierter Generation – Verantwortung im Alltag
Ein Trainingstag mit sechs Fahrzeugen bedeutet Organisation, Stillstand und Kosten. Gerade im Schwerlastbereich, in dem Fahrzeuge hohe Werte repräsentieren und Projekte zeitkritisch sind, ist Prävention daher keine Nebensache. Sie ist Teil unternehmerischer Stabilität. Wer investiert, entscheidet sich bewusst gegen das Prinzip Hoffnung.
In der Gruppe arbeiten insgesamt rund 300 Mitarbeitende. Daniel Gödert ist seit 20 Jahren im Unternehmen, seit fast sieben Jahren Geschäftsführer bei Onroad und seit drei Jahren bei Steil. Gemeinsam mit seinem Bruder Christopher Steil repräsentiert er die vierte Generation eines über 100-jährigen Familienunternehmens.
Man merkt, dass dieses Training nicht als Pflichtprogramm verstanden wird. Es ist Teil eines Verständnisses von Verantwortung – gegenüber den Fahrern, gegenüber Kunden und gegenüber der eigenen Substanz.
Und ja: Der Spaß kam nicht zu kurz. Ein Trainingstag am Nürburgring darf fordern. Aber er darf auch motivieren.

Die Quintessenz
Erfahrung ist gerade in dieser Branche durch nichts zu ersetzen. Aber sie entwickelt sich weiter – und genau dafür sind solche Trainings da. Nicht als Pflichtübung, sondern als bewusst gesetzter Schritt, um das eigene Können zu überprüfen und zu schärfen.
Wer täglich schwere Fahrzeuge bewegt, weiß um die Verantwortung. Für Material, für andere Verkehrsteilnehmer – und für sich selbst. Ein Training wie dieses nimmt niemandem die Anspannung im Alltag. Aber es gibt Sicherheit im Kopf. Und die macht im entscheidenden Moment oft den Unterschied.
Dass ein Unternehmen diesen Aufwand betreibt, ist kein Marketinginstrument. Sicherheit ist im Schwerlastbereich kein Randthema. Sie betrifft Menschen – und wirtschaftliche Substanz gleichermaßen. Trainingstage wie dieser sind daher nicht Zusatz, sondern Teil einer unternehmerischen Grundhaltung.
Wenn der Nürburgring dafür „um die Ecke“ liegt, ist das eine gute Gelegenheit. Genutzt hat das STEIL-Team sie.
Ein Fahrsicherheitstraining beinhaltet u.a.
==> Brems- und Ausweichmanöver mit schweren Fahrzeugen
==> Verhalten bei Aquaplaning und auf simulierten Glättefläche
==> Rutschplatten-Training: Stabilisieren statt „festhalten“
==> Reaktionsstrategien in plötzlich auftretenden Grenzsituationen
==> Feedback durch Trainer: Fahrmuster erkennen und korrigieren
==> Training mit eigenen Fahrzeugen (Gewicht, Achskonfiguration, Fahrzeugcharakter)
Werbung wegen Nennung und Verlinkung von Marken und Namen
Fotos + Video: STEIL KRANARBEITEN GMBH & CO. KG
