Goldhofer PST/ES-E – Modulares Schwerlastmodul mit Straßenzulassung und Flatrack-Maß

Was unterscheidet ein Schwerlastmodul mit „Finesse“ von einem reinen Kraftpaket?
Im internationalen Projektverkehr zählen Wendigkeit, Straßenzulassung und Transportfähigkeit genauso wie Achslast und Antrieb. Der PST/ES-E von Goldhofer zeigt, wie diese Aspekte technisch klug verbunden werden. Und was das in der Praxis bedeutet, schildert Manuel Deistler – nach über 700 Windflügel-Transporten ein echter Kenner der Szene.

Wenn bei einem Projekt der Übergang von Straße zu Wasser nahtlos, oder auch der Transport eines Windflügels reibungslos funktionieren soll, kommt es auf technische Details an. Goldhofer liefert mit dem PST/ES-E ein modulares Selbstfahrermodul, das genau für solche Einsätze ausgelegt ist – durchdacht in der Konstruktion und effizient im Betrieb.

Was das Modell PST/ES-E besonders macht, ist die Kombination aus Straßenzulassung und Containermaß – zwei Faktoren, die im internationalen Projektgeschäft einen echten Unterschied machen können.

UND:Mit der Spurverbreiterung auf Knopfdruck ist beim PST/ES-E beim Flatrack-Einsatz eine höhere Seitenstabilität gegeben.


Technische Highlights im Überblick

  • Straßenzulassung mit 12 Tonnen Achslast
    Damit kann das Modul direkt im öffentlichen Straßenverkehr eingesetzt werden – ohne Umweg über Tieflader oder genehmigungsintensive Umbauten.
  • Außenbreite von 2.430 mm (Modell 285)
    Das Standardmaß erlaubt die Mitnahme auf Flatracks – ideal für den weltweiten Versand. Die Spur lässt sich bei Bedarf hydraulisch verbreitern, um im Einsatz eine höhere Seitenstabilität zu erreichen.
  • Reduzierter Verschleiß durch ±135° Lenkwinkel
    Das System bietet ein ausgezeichnetes Lenkverhalten, was sowohl die Manövrierfähigkeit als auch die Lebensdauer der Reifen positiv beeinflusst.
  • Verwendung von Standardreifen
    Keine Sonderlösungen nötig – weltweit verfügbar, unkompliziert im Ersatzteilmanagement.
  • Hohe Achslasten bei definierter Geschwindigkeit
ModellAchslastGeschwindigkeit
PST/ES-E (285)40 t0,4 km/h
PST/ES-E (315)45 t1,0 km/h
PST/ES-E (385)60 t1,0 km/h
Modulares Selbstfahrermodul PST/ES-E von Goldhofer mit mehreren Achsen und großen Reifen, ausgestattet für den internationalen Schwerlasttransport.

Praxisbeispiel: Trafotransport am Niederrhein

Ein aktueller Einsatzfall zeigt den Nutzen dieser technischen Lösung besonders deutlich:
Ein schwerer Trafo musste am Niederrhein über öffentliche Straße an eine NATO-Rampe gefahren und dort auf einen Ponton verladen werden. Ein 90 % gummibereifter Selbstfahrer eines Marktbegleiters wäre an der fehlenden Straßenzulassung gescheitert. Der PST/ES-E dagegen konnte die Strecke ohne Umwege fahren – der Übergang Straße → Wasser gelang direkt und ohne Umladung.


Stimmen aus der Praxis: Manuel Deistler im Gespräch

Eine Gruppe von Männern steht neben einem Goldhofer Schwerlastmodul im Freien, umgeben von einer Messeumgebung mit einem großen Bildschirm im Hintergrund.
Manuel Deistler von P. Schwandner Logistik + Transport GmbH war mit seinem Kollegen Ralph Teyssler auf der BAUMA 2025 in München vor Ort, um die neuen Achsen in Empfang zu nehmen. Die Schlüsselübergabe erfolgte durch Dennis Leschinsky von Goldhofer (Sales/Marketing). Die beiden haben den neuen Selbstfahrer heimgebracht, die FTV* mit Rotorblattadapter wurde separat transportiert.

Hinweis:Manuel fährt den Goldhofer PST/SL-E, der nahezu gleiche Eigenschaften aufweist wie der PST/ES-E.

„Wir setzen den SPMT PST-E viel im Wind ein, haben aber auch das ADD-Modul zum Ziehen im Fuhrpark. Beim PST-E ist es halt sehr cool durch seine Wendigkeit.
Nachteil: Bei Leerfahrten muss derselbe Weg zurück gemacht werden – dann aber durch eigene Kraft.
Der Vorteil beim Addrive-ADD: Man kann die gesamte SPMT-Einheit wie Schwerlastmodule mit der Zugmaschine ziehen. Ist schon klasse!“

Seit 2014 ist Manuel Deistler mit SPMT unterwegs – über 700 Windflügeltransporte, von 57 bis 87 Metern Länge, hat er begleitet. Und über den PST-E hat er eine klare Meinung:

Ein Schwerlastmodul des Typs PST/ES-E von Goldhofer auf einem Transportweg, umgeben von einem Baugelände und einem Wasserlauf im Hintergrund.
PST/ES-E im Einsatz (Foto: Goldhofer)

„Der Goldhofer PST-E hat sieben Lenkprogramme: Gegenlenkung, Kreisfahrt, Schrägfahrten – alle Achsen sind elektronisch lenkbar. Bei der normalen Modulversion geht es nur in eine Richtung, und mit 60 Grad Lenkeinschlag. Vorder- und Hinterradlenkung ist möglich – das bringt enorme Flexibilität.“

Manuel fährt den Goldhofer PST/SL-E, der nahezu gleiche Eigenschaften aufweist wie der PST/ES-E. Mit der Spurverbreiterung auf Knopfdruck ist beim PST/ES-E beim Flatrack-Einsatz eine höhere Seitenstabilität gegeben.

Schwandner setzt auf starke Motorisierung:

„Wir haben grundsätzlich große Motoren verbaut – Deutz V6 mit 530 PS. Die sind leistungsstark und auch sparsam.“

Luftaufnahme eines langen Windflügels, der über eine enge Straße in einer Wohngegend transportiert wird, umgeben von Häusern und Bäumen.
Foto: Markus Voelter

Flottenzuwachs bei Schwandner

Die enge Zusammenarbeit mit Goldhofer wird durch den aktuellen Flottenausbau deutlich:

  • 9x neues SXN-L 4-RA-3-100 sowie SN-L 7-Konzept für Turmsegmente und Gondeln
  • 1x BladeS-Set (2-Achs-Dolly + Freischwenkgerät + 4-Achs-Dolly) für längste Klingen
  • 52x Achsen der neuen THP Generation THP-FT
  • 2x STZ-VP 10 285 (4+6) FB 200 für Trafotransporte
  • Und – wie auf der BAUMA ausgestellt – 1x PST-SL-E Split 6 + PST-SL-E 6 + PPU530 für den Einsatz mit Klingenheber


*Was ist eine FTV?

FTV steht für Flügel-Transport-Vorrichtung mit Rotorblattadapter. Schwandner verfügt über drei FTV-Systeme:

  • FTV 300, seit 2013 im Einsatz,
    > 300 kNm Hubmoment, geeignet für Rotorblätter 42-67 m / 20 t
  • FTV 550+, seit 2018 im Einsatz,
    >600 kNm Hubmoment, geeignet für Rotorblätter bis 82 m / 26 t
  • FTV 850+,
    seit 2024 im Fuhrpark, 900 kNm Hubmoment – geeignet für Rotorblätter bis 100 m / 35 t

Das „+“ steht dabei für erhöhte Hubleistung – bezogen auf Länge und Gewicht.


Fazit: Ein praxistaugliches + durchdachtes System

Der PST/ES-E vereint technische Stärke mit praxisnaher Ausstattung. Mit Containermaß, Straßenzulassung, hohem Lenkwinkel und intelligenten Antriebsvarianten ist das Modul eine durchdachte Lösung für anspruchsvolle Schwerlast- und Spezialtransporte – insbesondere im Windbereich.

Schwerlastmodul PST/ES-E von Goldhofer im Betrieb, mit mehreren Achsen und Reifen, auf einer Dockfläche, beladen mit Kisten.
Foto: Goldhofer


Fotos: Mit herzlichem Dank an Manuel Deistler, und, separat gekennzeichnet, an Markus Voelter

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